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China greift die US-Vorherrschaft auf den Weltmeeren an: Nuklearer Supercarrier wächst im Rekordtempo

Auf der Dalian-Werft im Nordosten Chinas entsteht ein Kriegsschiff, das die Kräfteverhältnisse auf den Weltmeeren verändern könnte. Neue Aufnahmen zeigen, mit welchem Tempo China seinen vierten Flugzeugträger zusammensetzt: Innerhalb von nur fünf Tagen sollen drei weitere grosse Sektionen des künftigen Flugdecks montiert worden sein.

Der Träger, von westlichen Analysten als Type 004 bezeichnet, könnte Chinas erster nuklear angetriebener Supercarrier werden – und erstmals direkt in die Grössenordnung der amerikanischen Gerald-R.-Ford-Klasse vorstossen.

Military Watch berichtet, dass der Rumpf durch die schnelle Montage vorgefertigter Module inzwischen deutlich die Dimensionen des künftigen Trägers erkennen lässt. China selbst hat weder die Bezeichnung Type 004 noch Antrieb, Abmessungen oder technische Daten offiziell bestätigt.

Doch inzwischen liefern Satellitenbilder immer stärkere Hinweise.

Janes hat Aufnahmen der Dalian-Werft ausgewertet und zwei auffällige, jeweils etwa 15 mal 15 Meter grosse abgeschirmte Bereiche im Rumpf identifiziert. Die Analysten halten sie für mögliche Reaktorbereiche und gehen davon aus, dass der Träger mit zwei Kernreaktoren ausgerüstet werden könnte. Die geschätzte Verdrängung liegt bei rund 100’000 Tonnen.

Auch das U.S. Naval Institute schreibt von einem vierten chinesischen Träger, der wahrscheinlich nuklear angetrieben sein wird. Aufnahmen vom Februar 2026 zeigten Strukturen, die von zahlreichen Analysten ebenfalls als zwei abgeschirmte Reaktorbereiche interpretiert werden.

Grösser als Amerikas modernster Flugzeugträger?

Noch bemerkenswerter sind die Dimensionen.

Janes schätzt anhand von Satellitenbildern vom September die endgültige Länge auf 336 bis 339 Meter. Die USS Gerald R. Ford, das modernste amerikanische Trägerschiff, misst etwa 333 Meter und verdrängt voll beladen rund 101’000 Tonnen.

Damit könnte Chinas neuer Träger zumindest bei der Länge sogar die Ford-Klasse übertreffen.

Die South China Morning Post berichtet, ein Schiff dieser Grösse könnte nach Einschätzung eines Experten möglicherweise 75 bis 90 Flugzeuge aufnehmen. Zum Vergleich: Für die konventionell angetriebene chinesische Fujian werden etwa 50 bis 60 genannt.

Doch entscheidender als einige zusätzliche Meter ist der mögliche Nuklearantrieb.

Ein nuklearer Flugzeugträger könnte wesentlich länger auf hoher Geschwindigkeit operieren und wäre nicht mehr darauf angewiesen, Treibstoff für seinen eigenen Antrieb mitzuführen. Dadurch entsteht zusätzlicher Raum für Flugzeugtreibstoff, Munition und Versorgungsgüter. Begleitschiffe und Flugzeuge müssten allerdings weiterhin regelmässig versorgt werden.

China baut nicht einfach einen weiteren Flugzeugträger

Hier liegt die eigentliche geopolitische Bedeutung.

Mit der Liaoning begann China noch mit einem umgebauten sowjetischen Träger. Es folgte die Shandong. Mit der rund 80’000 Tonnen schweren Fujian vollzog Peking bereits einen technologischen Sprung zu elektromagnetischen Katapulten.

Nun folgt offenbar der nächste Schritt: 100’000 Tonnen, elektromagnetische Katapulte, moderne Trägerflugzeuge und wahrscheinlich Nuklearantrieb.

Parallel entwickelt China die dafür notwendige Infrastruktur. Neue grosse Versorgungsschiffe sollen chinesische Trägerverbände über wesentlich grössere Entfernungen unterstützen. Analysten sehen darin einen Hinweis darauf, dass Peking seine Flugzeugträger künftig nicht mehr nur in den Gewässern vor China einsetzen will.

Damit geht es längst nicht mehr nur um Taiwan.

Ein nuklearer Supercarrier dieser Grössenordnung würde China ermöglichen, dauerhaft weit über das Südchinesische Meer hinaus Seemacht zu demonstrieren – bis in den Indischen Ozean und möglicherweise darüber hinaus.

Die USA besitzen mit ihren nuklearen Supercarriern noch immer einen erheblichen Vorsprung bei Erfahrung, Logistik und weltweiten Einsatzmöglichkeiten. Ein riesiger Träger allein beseitigt diesen Vorsprung nicht.

Doch die Entwicklung in Dalian zeigt, wie schnell China die technologische Lücke schliesst. Aus einer Marine, die jahrzehntelang vor allem ihre eigene Küste schützen sollte, entsteht Schritt für Schritt eine Hochseeflotte – und erstmals baut Peking ein Kriegsschiff, das schon aufgrund seiner Dimensionen unmittelbar mit Amerikas mächtigsten Flugzeugträgern verglichen werden muss.