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Studie deckt auf, wie viele Tassen Kaffee nötig sind, um sich vor Lebererkrankungen zu schützen

Ein Morgen an der Londoner Börse ist nicht komplett ohne das tägliche Ritual: die Espressomaschine anwerfen, dunkel geröstete Robusta-Bohnen mahlen – und 30 Sekunden später: boom – ein Schuss Koffein, stark genug, um ein Dutzend Goldman-, UBS- und Bank-of-America-Berichte zu überfliegen. Doch hier ist der Clou: Der morgendliche Raketentreibstoff könnte mehr bewirken, als nur Energie für den Handelstag zu liefern.

Laut einer groß angelegten Studie der UK Biobank scheint Kaffee – ja, sogar koffeinfreier, Instant- oder gemahlener Kaffee – vor chronischen Lebererkrankungen (CLD) zu schützen.

„Kaffeekonsum wird mit einer geringeren CLD-Rate in Verbindung gebracht, aber es ist wenig über die Auswirkungen verschiedener Kaffeesorten bekannt, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden“, schreiben Forscher des University of Edinburgh Centre for Inflammation Research in dem Bericht.

Hier die wichtigsten Erkenntnisse der Studie im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern:

  • 21 % geringeres Risiko, an CLD zu erkranken
  • 20 % geringeres Risiko für CLD oder Steatose
  • 49 % geringeres Risiko, an CLD zu sterben

Dosis-Wirkungs-Beziehung:
„Die maximale Schutzwirkung wurde bei etwa 3–4 Tassen pro Tag beobachtet. Die Ergebnisse blieben auch dann stabil, wenn man Ereignisse in den ersten fünf Jahren ausschloss. Wer entkoffeinierten, Instant- oder gemahlenen Kaffee (einschließlich Espresso) trinkt, hat ebenfalls ein geringeres Risiko für CLD, CLD oder Steatose, Tod durch CLD und – in geringerem Maße – Leberzellkarzinom (HCC), wobei gemahlener Kaffee (einschließlich Espresso) die größte Wirkung zeigte“, so die Forscher.

Sie stellten fest: „Diese Studie stimmt mit früheren Kohortenstudien überein, die allgemein einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und CLD-Ergebnissen wie gestörten Leberenzymen, Fibrose, Zirrhose und Leberzellkarzinom zeigen.“

Biologisch betrachtet ist die Schutzwirkung plausibel:
Koffein hemmt den A2aA-Rezeptor, der sonst die Leberfibrose fördert. Doch auch entkoffeinierter Kaffee zeigte eine Schutzwirkung – ein Hinweis auf andere Inhaltsstoffe wie Chlorogensäure, Kahweol und Cafestol, die besonders in gemahlenem Kaffee vorkommen. Diese Verbindungen zeigten in Tierversuchen eine antifibrotische Wirkung, was auf einen multifaktoriellen Mechanismus der leberschützenden Wirkung von Kaffee hinweist.