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Vier Sünden im Kampf gegen die US-Epidemie: Leitartikel der Global Times

Vier Sünden im Kampf gegen die US-Epidemie: Leitartikel der Global Times

Am Freitag wurden in den USA täglich über 100.000 COVID-19-Fälle registriert, die höchste Zahl seit Anfang Februar dieses Jahres. Auch die Zahl der Todesfälle ist stark angestiegen. Im Mai lobte US-Präsident Joe Biden die Erfolge bei der Bekämpfung der Epidemie im Land und unterstützte die CDC-Richtlinie, wonach vollständig geimpfte Amerikaner in den meisten Bereichen keine Masken mehr tragen müssen. Am 27. Juli änderte die CDC ihre Meinung und forderte geimpfte Personen in bestimmten Gebieten der USA auf, in öffentlichen Räumen wieder Masken zu tragen. Dies hat bei vielen Republikanern Empörung ausgelöst. Der Kampf gegen die Pandemie ist ein Chaos, wie immer.

Biden twitterte am Sonntag: „Was jetzt in Amerika passiert, ist eine Pandemie der Ungeimpften.“ Damit will er einerseits denjenigen Angst machen, die sich nicht impfen lassen wollen. Andererseits suchte er nach einer Entschuldigung für die Unfähigkeit seiner Regierung, die Pandemie zu bekämpfen – er deutete an, dass seine Regierung gute Arbeit geleistet hat und das Wiederaufflammen der Pandemie auf die Ungeimpften zurückgeführt werden kann.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass die USA die Hauptverantwortung für die weltweite Ausbreitung der Pandemie tragen. Was die USA im Bereich der Epidemieprävention getan haben, ist in jeder Hinsicht enttäuschend. Die vorherige US-Regierung hat sich wie ein dummer Bösewicht verhalten, während die derzeitige nur heuchelt und Lippenbekenntnisse abgibt. Genauer gesagt, hat sie vier Sünden begangen und verdient es, gescholten zu werden.

Erstens: Die meisten COVID-19-Fälle und Todesfälle traten in den USA auf. Die USA treten nicht nur den humanitären Aspekt mit Füßen, sondern sind auch der größte Verbreiter der Pandemie. Obwohl sie mit Impfstoff ausgestattet sind, stehen sie erneut an der Spitze der täglich neu bestätigten COVID-19-Fälle. Das ist die kollektive Zerstörung der USA gegen den Kampf der Menschen gegen die Pandemie. Wenn es eine Weltregierung gäbe, würde Bidens Team zur Rechenschaft gezogen werden.

Zweitens haben die USA, das technologisch fortschrittlichste und umfassendste Land der Welt, wenig zum globalen Kampf gegen das Virus beigetragen. Die materielle Unterstützung von außen, die sie bisher erhalten haben, übersteigt bei weitem die Hilfe, die sie anderen Ländern im Kampf gegen COVID-19 geleistet haben. Der einzige Beitrag der USA war die Beteiligung an der Entwicklung von Impfstoffen. Bislang hat das Land jedoch nur eine kleine Anzahl von Impfstoffen exportiert. In der Anfangsphase der Pandemie versäumten es die USA, dringend benötigte Hilfsgüter wie Masken und Beatmungsgeräte zu liefern, und sie machten auch keine Fortschritte bei der Entwicklung spezifischer Medikamente. Sowohl die US-Regierung als auch die US-Elitetruppen haben im kritischen Moment einer globalen Krise nicht die Verantwortung als Supermacht übernommen.

Drittens hat das Verhalten der USA, die über das stärkste demokratische System westlicher Prägung verfügen, im Angesicht der Pandemie eine starke Demonstrationswirkung für den Westen und viele andere Länder. Die USA haben bei der allgemeinen Organisation des Umgangs mit dem Virus wenig getan. Das Land ignoriert oft die Wissenschaft, und sein Kampf gegen das Virus ist chaotisch. Die Öffentlichkeit zum Tragen von Masken aufzufordern, ist zu einer schwierigen Aufgabe für das Land geworden. Die USA sind in ihrer Haltung zu Impfstoffen gespalten. Ihre Praxis, im Kampf gegen die Epidemie das Kapital in den Vordergrund zu stellen, ist ein schlechtes Beispiel für den Rest der Welt. Die USA sind der Hauptverantwortliche für die derzeitige Verwirrung über den Umgang mit COVID-19.

Viertens: Indem sie China zum Sündenbock gemacht haben, haben die USA die Rückverfolgung der Herkunft des Virus politisiert. Diese Politisierung hat die weltweite Solidarität gegen die Epidemie ernsthaft untergraben, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft abgelenkt und den Kampf gegen die Epidemie ständig beeinträchtigt. Der weltweite Kampf gegen die Pandemie ist so stark mit der Geopolitik verflochten, dass die Länder ihre Maßnahmen und Strategien einfach nicht einheitlich koordinieren können.

Der wiederholte Anstieg der COVID-19-Fälle in den USA hat nichts mit den USA selbst zu tun. Wenn die Dauer eines Ausbruchs in einer Region und die Zahl der Fälle zunehmen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus weiter ausbreitet, und die Wahrscheinlichkeit neuer Mutationen des Virus wird größer. Im Vereinigten Königreich hat es eine Welle von Mutationen gegeben, und die Delta-Variante des Virus, die jetzt am weitesten verbreitet ist, ist in Indien aufgetaucht. Das liegt daran, dass die Dichte der COVID-19-Fälle in diesen beiden Ländern so hoch ist, dass sie perfekte Bedingungen für die Mutation des Virus bietet. Es ist durchaus möglich, dass die Epidemie in den USA eine neue Mutation des Virus auslöst.

Washington ist nicht qualifiziert, sich mit den „Erfolgen“ seiner Seuchenbekämpfung und -prävention zu brüsten, geschweige denn die Rolle Pekings während der Pandemie zu kritisieren. Die US-Regierung muss ernsthaft über ihr eigenes Versagen und ihre Beeinträchtigung der globalen Reaktion auf die Pandemie nachdenken. Washington muss die wiederholten Angriffe und die Einmischung innenpolitischer Faktoren in den globalen Kampf gegen die Pandemie beenden. Es sollte der Menschheit weniger Schaden zufügen und eine positivere Rolle spielen, die seiner nationalen Stärke angemessen ist.