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„Wall Street wollte diesen Krieg“: Richard Medhurst enthüllt die verborgene Energie-Agenda hinter Iran, Gaza und Ukraine

Wall Street, Krieg und die neue Energieordnung: Warum Richard Medhurst glaubt, dass der Iran-Krieg nie nur um Israel ging

In einem explosiven Gespräch mit dem Journalisten und geopolitischen Analysten Richard Medhurst entwirft Moderator Mario Nawfal ein düsteres Bild der aktuellen Weltlage: Der Krieg gegen den Iran sei kein isolierter Konflikt, sondern Teil einer globalen Strategie zur Kontrolle von Energie, Handelsrouten und geopolitischer Macht. Medhurst argumentiert, dass hinter den Eskalationen nicht primär Israel stehe, sondern westliche Konzerne, Wall Street, die US-Energieindustrie und eine langfristige Strategie gegen China und BRICS.

„Israel führt nicht die USA – die USA führen Israel“

Eine der zentralen Aussagen von Richard Medhurst lautet: Israel habe zwar enormen Einfluss auf Washington, sei aber letztlich selbst Teil eines größeren westlichen Machtprojekts. Der eigentliche Motor hinter den Kriegen sei die amerikanische Machtstruktur aus Militärindustrie, Finanzwelt und Energiekonzernen.

Medhurst verweist darauf, dass sämtliche Waffenlieferungen, diplomatische Deckung und mediale Rechtfertigungen aus den USA stammen. Die Bomben seien amerikanisch, die Finanzierung amerikanisch, die geopolitischen Interessen amerikanisch. Die Vorstellung, Israel kontrolliere eine hilflose Supermacht, bezeichnet er als gefährliche Geschichtsfälschung.

Er erinnert daran, dass die USA lange vor der Gründung Israels Kriege führten – gegen indigene Völker, in Vietnam, Korea, Irak oder Japan. Der amerikanische Expansionismus sei historisch tief verwurzelt und dürfe nicht plötzlich allein Israel zugeschrieben werden.

Gleichzeitig betont Medhurst, dass Israel für Washington dennoch strategisch extrem wertvoll sei: als vorgeschobener militärischer Außenposten, der Reaktionen absorbiert und Konflikte kanalisiert. Solange iranische Raketen Tel Aviv statt Washington treffen, profitiere die US-Hegemonie geopolitisch davon.

Der wahre Preis des Krieges: Gas, Pipelines und Billionen-Dollar-Felder

Im Zentrum von Medhursts Analyse steht jedoch ein anderes Thema: Energie.

Er argumentiert, dass die Kriege im Nahen Osten eng mit gigantischen Gasreserven im östlichen Mittelmeer verbunden seien. Besonders wichtig sei dabei das sogenannte Levantine Basin – ein riesiges Gasgebiet vor den Küsten Syriens, des Libanons, Israels und Gazas. Laut Medhurst gehe es um potenzielle Gewinne in Billionenhöhe.

Besonders häufig fällt im Gespräch der Name Chevron. Medhurst behauptet, dass Chevron nach dem Gaza-Krieg und dem Sturz Assads in Syrien massiv von neuen Gasdeals profitiere. Der Konzern habe sich strategisch im gesamten östlichen Mittelmeerraum positioniert – von Israel über Zypern bis Griechenland und Libyen.

Die entscheidende Infrastruktur dabei sei eine geplante Pipeline namens „Poseidon“, die Gas aus dem östlichen Mittelmeer über Griechenland nach Europa transportieren soll. Für Medhurst ist diese Pipeline der direkte geopolitische Nachfolger von Nord Stream.

Er verweist darauf, dass bereits 2022 ein entsprechendes Memorandum zwischen EU, Israel und Ägypten unterzeichnet wurde. Damals erklärte Ursula von der Leyen offen, man wolle russisches Gas ersetzen.

Gaza als Teil einer größeren Neuordnung

Besonders brisant wird Medhursts Analyse beim Thema Gaza.

Er behauptet, der Krieg in Gaza sei nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil einer größeren wirtschaftlichen und geopolitischen Neuordnung des östlichen Mittelmeers. Gaza verfüge selbst über bedeutende Offshore-Gasreserven – das sogenannte Gaza Marine Feld. Israel verhindere seit Jahren, dass Palästinenser diese Ressourcen eigenständig nutzen.

Laut Medhurst habe der Westen unmittelbar nach dem Waffenstillstand begonnen, milliardenschwere Energieabkommen abzuschließen. Gleichzeitig seien in Projektskizzen für den Wiederaufbau Gazas plötzlich Öl- und Gasinfrastruktur sowie luxuriöse Entwicklungspläne aufgetaucht.

Er beschreibt dies als eine Form von „kalkulierter Zerstörung“, bei der Krieg und Wiederaufbau wirtschaftlich miteinander verbunden seien.

Der Iran-Krieg als Angriff auf China

Ein weiterer zentraler Punkt des Gesprächs: Der Krieg gegen Iran richte sich indirekt gegen China.

Medhurst argumentiert, dass Russland, Iran und Venezuela heute zu den wichtigsten Energielieferanten Chinas gehören. Gleichzeitig würden genau diese Länder militärisch, wirtschaftlich oder maritim angegriffen.

Er spricht von drei parallelen Fronten:

  • Iran und die Straße von Hormus
  • Venezuela und die Karibik
  • Russland und die Arktis

Alle drei Konfliktzonen hätten dasselbe Ziel: die globale Energieversorgung zu verknappen und Chinas Zugriff auf günstige Rohstoffe zu kontrollieren.

Dabei verweist Medhurst auf angebliche Blockaden russischer Tanker, Operationen gegen Venezuela und Angriffe auf russische Raffinerien. Für ihn ergibt sich daraus ein globales Muster wirtschaftlicher Kriegsführung.

Die Straße von Hormus: Krise oder Kalkül?

Besonders ausführlich diskutieren Nawfal und Medhurst die Auswirkungen der Eskalation rund um die Straße von Hormus.

Medhurst behauptet, dass die USA von steigenden Öl- und Gaspreisen profitieren würden, da Amerika mittlerweile selbst zum größten LNG-Exporteur der Welt aufgestiegen sei. Die künstliche Verknappung globaler Energie stärke amerikanische Produzenten massiv.

Er zieht einen drastischen Vergleich:

„Es ist wie ein Drogenkartell, das seine Konkurrenz ausschaltet, um Marktanteile zu übernehmen.“

Besonders bemerkenswert sei laut Medhurst, dass amerikanische Gaspreise relativ stabil bleiben, während Europa und Asien massive Preisschocks erleben. Genau dadurch verdiene die US-Energieindustrie heute mehr Geld als jemals zuvor in der Geschichte.

„Die Golfstaaten wissen längst, wo das Geld liegt“

Interessant ist auch Medhursts Einschätzung zu Katar und den Golfstaaten.

Er verweist darauf, dass QatarEnergy gemeinsam mit ExxonMobil mittlerweile massiv in LNG-Projekte in Texas investiert habe. Selbst Katar verdiene inzwischen an amerikanischem Flüssiggasexport.

Für Medhurst ist dies ein Zeichen dafür, dass selbst die Golfmonarchien verstehen, dass sich das Zentrum der globalen Energieordnung zunehmend Richtung USA verschiebt.

Europa zwischen Energieabhängigkeit und geopolitischem Druck

Eine weitere explosive These des Gesprächs lautet: Europa werde systematisch in neue Energieabhängigkeiten gedrängt.

Nach Nord Stream müsse Europa nun amerikanisches LNG oder künftig Gas aus dem östlichen Mittelmeer kaufen – unter Kontrolle westlicher Konzerne. Medhurst sieht darin keine spontane Entwicklung, sondern eine langfristige geopolitische Strategie.

Er argumentiert, dass die USA keine echte Konkurrenz mehr zulassen wollen. Statt auf freien Markt zu setzen, würden Rivalen ausgeschaltet – Russland, Iran, Venezuela oder Katar.

Richard Medhurst über seine Verhaftungen in Europa

Zum Ende des Gesprächs wird es persönlich.

Medhurst berichtet, dass er wegen seiner Berichterstattung über Gaza und den Libanon sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Österreich festgenommen bzw. durchsucht worden sei.

Die britischen Behörden hätten Ermittlungen zwar eingestellt, die Akten jedoch an Österreich weitergegeben. Dort werde ihm laut eigener Aussage sogar unterstellt, Mitglied der Hamas zu sein – eine Anschuldigung, die er als absurd bezeichnet.

Für Medhurst sei dies ein Zeichen dafür, wie weit Europa inzwischen bei der Kriminalisierung unbequemer journalistischer Arbeit gehe.

Fazit

Das Gespräch zwischen Mario Nawfal und Richard Medhurst zeichnet das Bild einer Weltordnung, in der Kriege nicht primär aus ideologischen Gründen geführt werden, sondern als Werkzeuge wirtschaftlicher Machtpolitik dienen.

Nach Medhursts Sichtweise stehen hinter den Konflikten im Iran, in Gaza, Venezuela oder der Ukraine keine isolierten Ereignisse, sondern eine globale Strategie: Kontrolle von Energie, Einschränkung chinesischen Einflusses, Sicherung amerikanischer Dominanz und gigantische Gewinne für westliche Konzerne.

Ob man dieser Analyse zustimmt oder nicht – das Interview zeigt eindrucksvoll, wie sehr geopolitische Konflikte heute mit Energieversorgung, Finanzströmen und globaler Machtprojektion verflochten sind.