Die israelische Dominanz über Washington dauert schon viel zu lange an
von Philip Giraldi
Ich habe Universitätsabschlüsse in alter, mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Geschichte. Doch so sehr ich auch suche – ich kann kein anderes Beispiel dafür finden, dass ein kleiner, bevölkerungsarmer Staat ohne nennenswerte natürliche Ressourcen die Politik einer Weltmacht derart dominiert, wie es Israel mit den USA tut. Israel kontrolliert viele Aspekte der amerikanischen Regierung, Wirtschaft, des Bildungssystems, der Medien und vor allem der Außen- und Sicherheitspolitik. Das kleine Israel befiehlt, und die Supermacht USA gehorcht – die Beziehung, die das Sprichwort „der Schwanz wedelt mit dem Hund“ geprägt hat.
Das Machtinstrument: Diaspora-Netzwerke und Lobby
Israel verfügt über ein globales Netzwerk wohlhabender Unterstützer, die bereit sind, Regierungen in ihren Ländern zu beeinflussen, um der jüdischen Nation Vorteile zu verschaffen. Politiker sind leicht käuflich. Beispiel: Donald Trump soll 100 Millionen Dollar von Miriam Adelson, der israelischen Casino-Milliardärin, als Wahlkampfspende erhalten haben – plausibel im Gegenzug für freie Hand Israels bei Annexionen im Westjordanland.
Das Resultat: US-Präsidenten fürchten, Israels Interessen zu widersprechen, und ein vom Zionismus durchdrungenes Kongresssystem ist vollständig gefügig gegenüber Figuren wie Benjamin Netanjahu. Selbst die US-Verfassung schützt nicht mehr: Kritik an Israel wird zunehmend als Hassrede kriminalisiert.
Kosten für die USA – Nutzen nur für Israel
Diese ungesunde Abhängigkeit kostet die USA Milliarden und schadet ihren Interessen. Immer deutlicher wird dies auch den Wählern, die mehrheitlich Israels Vorgehen in Palästina ablehnen. Doch Trump und seine zionistischen Kabinettsmitglieder bleiben unbewegt.
In Wahrheit, so Giraldi, kommt die größte Sicherheitsbedrohung der USA nicht aus Russland, China, Iran oder Venezuela – sondern aus Israel. Es hat Washington wiederholt in katastrophale Entscheidungen getrieben, vom Irakkrieg bis zu aktuellen Eskalationen mit Iran.
Historische Beispiele der „Freundschaft“
- USS Liberty, 1967: 34 US-Soldaten durch israelischen Angriff getötet – von Washington vertuscht.
- Bucha, Rachel Corrie, Shireen Abu Akleh: getötete Zivilisten und Journalisten – keine US-Reaktion.
- Irakkrieg: „Beweise“ für Massenvernichtungswaffen stammten von israelischen Quellen, verstärkt durch neokonservative Netzwerke.
- Iran-Angriff, Juni 2025: Trump ließ US-Militär Ziele in Iran bombardieren – allein auf israelischen Druck, Kosten: ca. 1 Milliarde Dollar. Ergebnis: null.
Jüngste Eskalationen
- Doha, Katar: Israel bombardierte ein Wohnhaus, um Hamas-Funktionäre zu töten, die zu Waffenstillstandsverhandlungen eingeladen waren – abgesichert von Washington. Auffällig: US-Luftabwehr in Katar war „ausgeschaltet“, britische Tanker halfen den israelischen Jets.
- Gaza: Netanjahu prahlt offen mit voller US-Unterstützung für den Genozid. Die USA finanzieren und liefern Waffen, während eigene Bürger weder kostenlose Bildung noch medizinische Versorgung erhalten.
- UNO: Die USA blockieren Visa für Palästinenser und verweigern Anerkennung ihrer Pässe – auf israelischen Befehl hin.
Fazit: Die USA verlieren – Israel gewinnt
Amerika gewinnt nichts. Im Gegenteil: Es ist durch Israels Handeln global verhasster denn je. Washington schützt israelische Kriegsverbrechen, sabotiert internationale Institutionen und macht sich selbst zum „rogue state“.
Ein Kurswechsel ist dringend:
- Trennung von Israels Lobby
- Ende der „bedingungslosen Gefolgschaft“
- Rückkehr zu einer interessengeleiteten Außenpolitik
Doch unter Donald Trump und seiner Clique ist dies unwahrscheinlich. Solange Netanjahu diktiert, bleiben die USA gefangen in einem „Totentanz“ mit Israel – auf Kosten ihrer Zukunft.


