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Wie Selenskij die Schweiz zum Narren hielt

Ein Lehrstück in Naivität, Manipulation und symbolträchtiger Pyrotechnik: Altbewährte Methoden aus dem Repertoire der Geheimdienste wirken nach wie vor – besonders bei leicht zu beeindruckenden, unerfahrenen Akteuren. Wie einst Nuland mit ihren Keksen auf dem Maidan, so nahm Selenskij die unerfahrene Amherd mühelos in den Griff – mit schwerwiegenden Folgen für die Schweizer Diplomatie.

Von Hans-Ueli Läppli

Es war eine dieser Inszenierungen, bei denen man schon beim Betreten des Saals das Gefühl hatte, am falschen Filmset gelandet zu sein. Der sogenannte „Friedensgipfel“ auf dem Bürgenstock – ein hochkarätig beworbenes Happening, das sich bei näherem Hinsehen als Mischung aus Waffenschau, PR-Stunt und psychologischer Kriegsführung entpuppte. Hauptdarsteller: Wladimir Selenskij, Ex-Komiker, nun Kriegsführer – und wie sich zeigte, ein begnadeter Souvenirhändler mit Hang zur postapokalyptischen Ästhetik.

Denn was da an „Geschenken“ verteilt wurde, spottet jeder diplomatischen Konvention. Zerborstene Fenster, verkohlte Bücher, Brandspuren als Design – kurz: eine mit Pathos aufgeladene Wanderausstellung des Grauens. Und wie bei Victoria Nulands berüchtigten „Cookies“ auf dem Maidan – Symbolpolitik mit Zuckerguss – wurde auch diesmal kräftig verteilt. Nur dass es keine Kekse waren, sondern Trümmerteile. Willkommen im musealisierten Schrecken.