Im März 2022 – wenige Wochen nach Beginn der russischen Invasion – sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit The Economist Worte aus, die heute wie ein düsterer Vorbote wirken. Direkt in die Kamera sagte er: „Es gibt Leute im Westen, denen ein langer Krieg nichts ausmacht, weil er Russland erschöpft – selbst wenn er den Untergang der Ukraine und den Tod vieler Ukrainer bedeutet.“
Diese Aussage stammt von jenem Mann, den große Teile Europas und des Westens heute als Held feiern. Doch damals warnte er schon vor einer geopolitischen Falle: Ein kurzer Konflikt könnte in einem Verhandlungsfrieden enden – ein langer Krieg dagegen in der völligen Erschöpfung seines Landes.
Begreep Zelensky het toen al?
— Steven Arrazola de Oñate (@StevenArra) November 4, 2025
Het is maart 2022, de rook van de invasie hangt nog vers over Kiev. Zelensky zit aan een tafel met de Oekraïense vlag als stille getuige. Hij kijkt in de camera van The Economist en laat een bom vallen: “Er zijn mensen in het Westen die een lange… pic.twitter.com/XGKBw7DiQx
Das geplatzte Friedensfenster 2022
Im April 2022 gab es nach mehreren Gesprächsrunden in Istanbul bereits eine vorläufige Einigung zwischen Kiew und Moskau. Beobachter sprachen sogar von einer realen Chance auf einen Waffenstillstand.
Doch am 9. April 2022 landete der damalige britische Premierminister Boris Johnson überraschend in Kiew. Seine Botschaft war eindeutig:
„Kämpft weiter, der Westen steht hinter euch.“
Damit war das fragile Verhandlungsfenster geschlossen. Rückblickend wirkt es wie ein entscheidender Wendepunkt – weg von diplomatischen Optionen, hinein in einen endlosen Abnutzungskrieg.
Journalist Arrazola de Oñate beschreibt das Video von Selenskyjs Warnung als „36 Sekunden reines Unbehagen“. Der Präsident habe damals bereits gespürt, in welche Richtung der Westen das Land drängt: ein langer Krieg statt eines schnellen Deals.
Die Gegenwart: Front unter massivem Druck
Drei Jahre später zeigt sich, wie zutreffend seine Befürchtungen waren. Diese Woche besuchte Selenskyj ukrainische Einheiten bei Pokrowsk, einer strategisch bedeutenden Stadt im Gebiet Donezk.
Kiew räumt offen ein: Die Lage wird zunehmend kritisch.
Sollte Russland Pokrowsk einnehmen, erhielte es einen wichtigen operativen Knotenpunkt. Das würde den Vormarsch auf weitere Großstädte der Region erleichtern und den militärischen Druck auf die Ukraine weiter erhöhen.
Ein Krieg, den andere verlängern?
Selenskyjs Warnung von 2022 wirkt heute wie eine Botschaft aus der Vergangenheit, die sich erfüllt hat:
Der Krieg zieht sich in die Länge – nicht nur, weil Russland drängt, sondern weil einige westliche Akteure offenbar bereit sind, einen langen Abnutzungskrieg in Kauf zu nehmen, um Russland zu schwächen, selbst um den Preis der Zerstörung der Ukraine.
Eine unbequeme, aber zentrale Frage bleibt:
Wer profitiert von einem Krieg, der für die Ukraine immer weniger zu gewinnen scheint?


