von Mario Grünwald | Deutschland ist wieder da – diesmal in Grönland. Das Verteidigungsministerium verkündete am Abend stolz, dass 13 Bundeswehrsoldaten zu einer Erkundungsmission aufbrechen werden. Dreizehn Mann, wohlgemerkt, vermutlich inklusive Thermoskanne und Wetter-App. Man fragt sich unweigerlich, ob hier militärische Stärke demonstriert oder lediglich das außenpolitische Gewissen beruhigt werden soll. Grönland als neuer Schauplatz deutscher Weltpolitik: Das fehlte tatsächlich noch. Das wirkt weniger nach Strategie als nach dem verzweifelten Versuch, irgendwo auf der Welt wenigstens symbolisch ernst genommen zu werden.
Grönland dient als Projektionsfläche für die geopolitischen Machtspiele der Großmächte. Die USA, China und Russland denken in Einflusszonen, Rohstoffen und Militärpräsenz, und Deutschland möchte offenbar nicht am Spielfeldrand stehen. Also


