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Tod im sibirischen Pestlabor: Campbell sieht Pandemierisiko als gering – aber die Reaktion passt nicht zur klassischen Pest

Dr. John Campbell hat am 8. Oktober 2026 in einem Update die offenen Fragen zum Tod einer Laborangestellten am Anti-Pest-Institut in Irkutsk (Sibirien) zusammengefasst. Seine Kernaussage: Das Risiko einer Pandemie hält er derzeit für bemerkenswert gering – vorausgesetzt, es handelt sich um gewöhnliche Pest. Gleichzeitig betont er, dass entscheidende Fakten fehlen und die russische Reaktion nicht zu einem klassischen Pestfall passt.

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Die 28-jährige Biomedizinerin Darja Schipilowa starb am 2. Oktober an einer schweren, tödlich verlaufenen Lungenentzündung. Sie arbeitete am Irkutsker Anti-Pest-Forschungsinstitut Sibiriens und des Fernen Ostens. Unbestätigte Berichte über einen zweiten Todesfall wurden von russischen Behörden dementiert; offiziell gibt es nur einen Todesfall. Die Weltgesundheitsorganisation fordert weitere Angaben, erhält aber nach Campbells Einschätzung unzureichende Antworten. Auch die USA haben formell über eine diplomatische Demarche Informationen verlangt. Präsident Trump bezeichnete den Vorfall als großes Problem für Russland und kündigte ein Gespräch mit Putin an; der Kreml bestritt, dass ein solches Telefonat angesetzt sei.

Zentrale ungeklärte Fragen

Campbell stellt drei Fragen in den Mittelpunkt: Welcher Erreger hat die tödliche Lungenentzündung verursacht? War es Yersinia pestis, eine veränderte oder waffenfähige Variante, oder ein völlig anderer Organismus? Und ist die Pest durch Labortests sicher ausgeschlossen oder nachgewiesen worden? Er geht davon aus, dass die russischen Behörden nach der Obduktion und den mikrobiologischen Untersuchungen die Antwort bereits kennen – sie aber nicht mitteilen. Rospotrebnadzor, die staatliche Gesundheitsaufsicht, erklärte, Tausende Tests seien durchgeführt worden und keine gefährlichen Erreger gefunden worden. Ob Darja Schipilowa an Pest starb, bleibt damit offiziell unklar. Behörden sprachen von einer Lungenentzündung unbekannter Ursache.

Warum Campbell gewöhnliche Pest für unwahrscheinlich hält

Seine Einschätzung stützt sich auf mehrere Punkte. Als ausgebildete Biomedizinerin hätte Schipilowa bei einem bekannten Laborunfall prophylaktische Antibiotika nehmen müssen; in Russland existiert zudem ein Pestimpfstoff, dessen Wirksamkeit allerdings begrenzt ist. Eine große Exposition im Labor hätte eine kürzere Inkubationszeit erwarten lassen. Als sie erkrankte, hätten Kollegen und Klinikärzte gezielt auf Pest testen und hochdosiert Antibiotika geben müssen. Dass diese Maßnahmen offenbar nicht griffen, spricht gegen eine gewöhnliche Infektion. Gleichzeitig räumt er ein, dass die pneumonische Form der Pest auch unter optimaler Therapie tödlich verlaufen kann – allerdings hätte eine Fachkraft Tage Zeit gehabt, prophylaktisch zu handeln. Sein Fazit: Mit den vorliegenden Informationen lässt sich ein Tod durch gewöhnliche Pest nicht belegen; seine Vermutung ist, dass es nicht die klassische Pest war.

Umfang der russischen Reaktion

Mehrere Krankenhäuser im Raum Irkutsk wurden geschlossen und unter Quarantäne gestellt – nach Campbells Darstellung eher eine stadtweite als eine eng begrenzte Maßnahme. Personal wurde isoliert, in einem örtlichen Aluminiumwerk Masken angeordnet. Die Quarantäne dauerte bis zu drei Wochen, länger als bei bekannter Pest üblich. Ärzte sprachen offen von Pest. Öffentliche Veranstaltungen in Irkutsk wurden abgesagt, eine geplante stadtweite Reinigungsaktion verschoben; anderes lief weiter. Campbell wertet das als Hinweis, dass die Behörden nicht so handeln, als handle es sich um gewöhnliche Pest.

Pest ist in Südostsibirien, nahe der Mongolei, endemisch. Erfahrene Ärzte dort kennen Fälle. In den USA gibt es jährlich etwa sieben Fälle, meist über Präriehunde und Flöhe; die letzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung lag 1924. Ein Todesfall in Arizona 2025 löste keine vergleichbaren Maßnahmen aus. Auch Ausbrüche in Afrika und Asien werden routinemäßig beherrscht. Die pneumonische Form ist über große Tröpfchen übertragbar, Masken können hier helfen – anders als bei aerosolierten Viren. Dennoch wirkt die Reaktion überzogen für ein bekanntes, antibiotisch behandelbares Bakterium. Mongolei und Kasachstan haben nach vorliegenden Berichten Gesundheitskontrollen an den Grenzen verstärkt.

Möglichkeit einer Manipulation

Campbell hat mit erfahrenen Ärzten gesprochen: Bakterien lassen sich gentechnisch gegen Antibiotika resistent machen. Für eine biologische Waffe auf Basis von Yersinia pestis wäre Resistenz sinnvoll, sonst ließe sich ein Ausbruch mit Antibiotika eindämmen. Ob es sich um ein Virus, einen anderen Erreger oder eine künstlich resistent gemachte Pest handelt, ist unbekannt. Todesfälle trotz prophylaktischer Antibiotika wären bei Resistenz erklärbar. Ebenso offen ist, ob die Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch künstlich erhöht wurde.

Geschichte des Instituts und KI-Risiken

Übergelaufene sowjetische Geheimdienstmitarbeiter beschrieben die Einrichtung am Ende des Kalten Krieges als Biowaffenlabor. Heute firmiert sie als Anti-Pest-Institut; Campbell geht davon aus, dass dort weit mehr als Pest erforscht wird – andere Bakterien und Viren eingeschlossen. Er verweist zudem auf Angaben von Anthropic: Eine Regierung habe versucht, fortgeschrittene KI-Systeme für die Entwicklung potenziell waffenfähiger Erreger zu nutzen; der Versuch sei blockiert worden. Welche Regierung, ist unbekannt. KI beschleunige die Forschung, ohne Erreger von Grund auf zu entwerfen. Einen direkten Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg hält er für unwahrscheinlich: Irkutsk liegt rund 4800 Kilometer von der Ukraine entfernt. Ein absichtlicher Einsatz dort ergebe keinen Sinn; wahrscheinlicher sei ein Unfall.

Aussagen der Mutter und fehlende Transparenz

Svetlana Schipilowa, selbst Ärztin, widersprach der Version eines zerbrochenen Reagenzglases. Gegenüber Medien sagte sie, sie kenne die Wahrheit und müsse „dumme Bekannte“ abwehren; Kluge hätten das nicht geglaubt. Selbst Mediziner verstünden nicht, dass ein solches Röhrchen nicht so zerbrechen könne – selbst wenn man es gegen die Wand werfe, könne das nur ein Laie behaupten. Der Inhalt lasse sich hypothetisch weder verschütten noch durch Bruch freisetzen; die Gefäße seien entsprechend geschützt. Außerdem: „Sie haben meine Tochter einfach sterben lassen.“

Campbell listet die bekannten Unbekannten: Obduktionsbefund, definitive Diagnose, mikrobiologische Berichte, Genomsequenz des Erregers, genauer Expositionsweg und Ablauf im Labor. All das müssten die russischen Stellen inzwischen kennen. Eindämmung und Meldewege hätten offenbar nicht funktioniert. Er kritisiert die Intransparenz, verweist aber zugleich auf ausstehende Daten zu Covid und Impfstatus in Großbritannien, den USA und anderen Ländern.

Historische Vorbilder

1979 wurden in Swerdlowsk (heute Jekaterinburg) Anthrax-Sporen aus einer militärischen Anlage freigesetzt. Die CDC schätzt 65 bis 70 Todesfälle durch Inhalationsanthrax im April 1979. Erst Boris Jelzin räumte 1992, nach 13 Jahren, den Zusammenhang mit sowjetischer Biowaffenarbeit ein. Beim Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 wurde die Stadt Pripjat erst nach 36 Stunden evakuiert; Maifeiern in Kiew fanden trotz fallenden radioaktiven Niederschlags statt. Moskau gestand den Unfall erst ein, als Strahlenalarme in Schweden und im britischen Sellafield (West-Cumbria) anschlugen.

Epidemiologische Einordnung

Falls ein neuer Erreger im Spiel ist, fehlen Reproduktionszahl (R-Wert) und Infektionssterblichkeit. Bei der pneumonischen Pest in Madagaskar 2017 lag der R-Wert vor Eindämmung bei etwa 2,4 (rund 2500 Fälle). CDC-Auswertungen US-amerikanischer Primärberichte von 1900 bis 2009 ergaben unter besserer Kontrolle einen Wert um 1,18; Daten stammen unter anderem aus San Francisco 1904, Oakland 1919 und Los Angeles 1924. Mit Aufklärung lässt sich pneumonische Pest beherrschen – deshalb war Campbell bei klassischer Pest wenig beunruhigt. Die vielen offenen Punkte ändern daran nichts, solange der Erreger unbekannt bleibt.

Zum Zeitpunkt des Videos (8. Oktober, gegen 11:25 Uhr) lag weder eine Bestätigung des Trump-Putin-Gesprächs noch zusätzliche Information der WHO vor. Campbell kündigte an, bei neuen Entwicklungen kurz zu berichten, und verwies auf seinen Substack, wo er Experteninterviews – unter anderem zu frühen Krebszeichen – schriftlich aufbereitet. Sein abschließendes Urteil: Die Stille sei ohrenbetäubend.