Unabhängige Analysen und Informationen zu Geopolitik, Wirtschaft, Gesundheit, Technologie

CDC: Letztjähriger Grippeimpfstoff war bei Kindern und Jugendlichen zu weniger als 50 Prozent wirksam
Andrey Popov/Shutterstock

CDC: Letztjähriger Grippeimpfstoff war bei Kindern und Jugendlichen zu weniger als 50 Prozent wirksam

Megan Redshaw

In der Grippesaison 2022/2023 war der Grippeimpfstoff bei Kindern und Jugendlichen zu weniger als 50 Prozent wirksam, um Besuche in der Notaufnahme und Krankenhausaufenthalte zu verhindern. Dies geht aus einer von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) finanzierten Studie hervor.

Die Analyse, die am 16. November 2023 in Clinical Infectious Diseases veröffentlicht wurde, ergab, dass der saisonale Grippeimpfstoff insgesamt nur 48 Prozent des Risikos von Influenza-A-assoziierten Besuchen in der Notaufnahme (ED) oder Notfallversorgung (UC) und nur 40 Prozent der Krankenhauseinweisungen verhindert.

Die Forscher analysierten im Rahmen des VISION-Impfstoff-Effektivitätsnetzwerks – einer länderübergreifenden Zusammenarbeit mit den US-Seuchenschutzbehörden (CDC) – die mit akuten Atemwegserkrankungen in Zusammenhang stehenden Besuche von Notaufnahmen und Ambulanzen oder Krankenhauseinweisungen in 55 Krankenhäusern und 107 Notaufnahmen und Ambulanzen. Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren wurden zwischen Oktober 2022 und März 2023 auf Influenza getestet.

Die Forscher schätzten die Wirksamkeit des Influenza-A-Impfstoffs anhand eines Test-Negativ-Designs – eine gängige Methode zur Bestimmung der Wirksamkeit von Impfstoffen, bei der für Fälle und Kontrollen die gleiche klinische Falldefinition verwendet und bei der durch anschließende Labortests unterschieden wird, welche Patienten zu den beiden Gruppen gehören. Mit anderen Worten, die Wirksamkeit des Grippeimpfstoffs wurde geschätzt, indem der Influenza-Impfstatus von Patienten, die positiv auf Influenza getestet wurden, mit dem von Patienten, die negativ auf Influenza getestet wurden, verglichen wurde.

Die Studie ergab, dass 13.547 von 44.787 qualifizierten ED/UC-Besuchen und 263 von 1.862 Krankenhauseinweisungen positiv auf Influenza A waren. Von den ED/UC-Patienten waren 15,2 Prozent der Influenza-positiven Fälle und 27,1 Prozent der Influenza-negativen Fälle geimpft.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs lag bei 44 bis 52 Prozent und 48 Prozent “insgesamt”, bei 47 bis 58 Prozent bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren und bei 30 bis 45 Prozent bei den 9- bis 17-Jährigen.

Bei den Krankenhauseinweisungen waren 17,5 Prozent der Influenza-positiven Patienten geimpft, gegenüber 33,4 Prozent der Influenza-negativen Patienten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs lag zwischen 6 und 61 Prozent und 40 Prozent “insgesamt”, zwischen 23 und 75 Prozent bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren und zwischen 2 und 70 Prozent bei den 5- bis 17-Jährigen. Trotz der Zahlen zur Wirksamkeit des Impfstoffs sind die Forscher der Ansicht, dass die Grippeimpfung ein wichtiges Instrument zur Vorbeugung von mittelschweren bis schweren Grippeerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen ist.

Ergebnisse zeigen Assoziationen, keine kausale oder abgeleitete Wirksamkeit

Linda Wastila, Professorin und Inhaberin des Parke-Davis-Lehrstuhls für Geriatrische Pharmakotherapie mit einem Doktortitel in Gesundheitspolitik, teilte der Epoch Times in einer E-Mail mit, dass sie die Studie etwas verwirrend finde und die Behauptungen der Autoren über die Wirksamkeit zur Verhinderung von Notaufnahmen und Krankenhauseinweisungen “etwas weit hergeholt” seien.

“Die Autoren betrachten Probanden, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, obwohl die primären (und sekundären) Gründe für die Einlieferung nicht spezifiziert oder kontrolliert werden, und die Probanden können wegen anderer Erkrankungen (z.B. Lungenentzündung, RSV, gebrochene Gliedmaßen) [eingeliefert werden] und sich bei der Untersuchung als positiv MIT Influenza herausstellen und nicht wegen Influenza eingeliefert werden. Die Autoren haben es versäumt, viele Faktoren durch multivariate Ansätze zu kontrollieren, sodass ihre Berechnungen der VE [Impfstoffwirksamkeit] keine Kontrolle für die Variabilität zwischen den Standorten oder zwischen den Probanden selbst enthalten”, sagte Wastila.

“Obwohl die Autoren tabellarische Ergebnisse (Tabelle 2) zum Gesundheitszustand der Probanden präsentieren, handelt es sich im Wesentlichen um deskriptive oder bestenfalls tabellarische, NICHT kausale Beziehungen zwischen Impfstatus und Influenzanegativität”, fügte sie hinzu.

Ein weiterer gravierender Mangel, auf den die Autoren selbst hingewiesen haben, seien die erheblichen Unterschiede zwischen und innerhalb der drei Gesundheitssysteme, die für die Studie herangezogen wurden.

“Ich benutze ungern den Begriff ‘Rosinenpickerei’, aber ohne Randomisierung und/oder Matching von Fällen und Kontrollen können wir explizite und/oder implizite Voreingenommenheit auf der Ebene des Standorts, des Prüfarztes und der Anbieter bei der Identifizierung der Probanden nicht ausschließen”, sagte sie. “Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse dieser Studie aufgrund der fehlenden Zuordnung von Fällen und Kontrollen und der fehlenden statistischen Kontrolle von Kovariaten und Störfaktoren bestenfalls deskriptive Ergebnisse widerspiegeln, die Assoziationen aufzeigen, aber keine kausale oder abgeleitete Wirksamkeit.

CDC definiert Wirksamkeit von Grippeimpfstoffen neu

Nach Angaben der CDC führt die Behörde jedes Jahr während der Grippesaison Studien durch, um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu ermitteln. Studien zur Wirksamkeit des Impfstoffs helfen, den “Wert der Grippeimpfung als Maßnahme der öffentlichen Gesundheit” zu bewerten. Obwohl das Test-Negativ-Design eine übliche Methode ist, um die Wirksamkeit von Impfstoffen zu bestimmen, wird in einer Studie des Department of Health and Human Services aus dem Jahr 2021 darauf hingewiesen, dass bei der Anwendung dieser Methode besondere Vorsicht geboten ist, um festzustellen, ob die Impfung die Schwere der Erkrankung bei Durchbruchsinfektionen verringert.

Wie die Epoch Times berichtet, hat die CDC im September eine digitale Werbekampagne gestartet, um den Grippeimpfstoff neu zu vermarkten und die Erwartungen an die jährliche Grippeimpfung inmitten von Durchbruchsfällen neu zu definieren. Die neue Botschaft der Behörde lautet, dass die Grippeimpfung zwar nicht verhindert, dass eine Person erkrankt, dass sie aber schweren Erkrankungen vorbeugen kann, wenn sie doch erkrankt.

Dies ist vergleichbar mit der Änderung der Botschaften, die von den US-Regulierungsbehörden im Kontext des COVID-19-Impfstoffes angenommen wurde, als sich die COVID-19-Durchbruchsfälle unter den Geimpften zu häufen begannen. Die US-Gesundheitsbehörde räumte daraufhin ein, dass der Impfstoff weder COVID-19 noch die Übertragung des Virus auf andere Menschen verhinderte, und definierte die Wirksamkeit des Impfstoffs neu, indem sie feststellte, ob der Impfstoff Krankenhauseinweisungen und Todesfälle verhinderte.

Laut CDC lag die Wirksamkeit des Grippeimpfstoffs in der Saison 2022/2023 bei 54 Prozent und in der Saison 2021/2022 bei 36 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren lag die Wirksamkeit des Grippeimpfstoffs zwischen 19 und 52 Prozent.

Die Studie wurde von den US-Gesundheitsbehörden CDC (Centers for Disease Control and Prevention), die den Grippeimpfstoff derzeit vermarkten und bewerben, und ihren Forschern und Partnern durchgeführt. Die Epoch Times hat die CDC um eine Stellungnahme gebeten, aber noch keine Antwort erhalten.