Der Artikel vom Blick zeichnet ein stark einseitiges, westlich-geopolitisches Narrativ über China und wirkt stellenweise tatsächlich eher wie ein strategisches NATO-/Transatlantik-Framework als wie eine nüchterne Analyse. Bereits die Überschrift arbeitet emotionalisierend und dämonisierend: Xi sei „so mächtig wie nie“ und verfolge einen „teuflischen Plan“. Damit wird der Leser von Anfang an in ein Bedrohungsszenario gelenkt, bevor überhaupt Fakten präsentiert werden.
Blick auf EU-Linie?
Kaja Kallas, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission: „Wenn Europa Russland nicht besiegen kann, wie sollen wir dann China besiegen?“ Ist diese Frau grössenwahnsinnig, oder einfach nur strunzdumm?
Kaja Kallas, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission:
— 🅲🅾🆇🆇 (@queru_lant) May 19, 2026
„Wenn Europa Russland nicht besiegen kann, wie sollen wir dann China besiegen?“
Ist diese Frau grössenwahnsinnig, oder einfach nur strunzdumm? pic.twitter.com/4jhAvk9BL4
Was die Arktis betrifft, geht es nicht nur um Russland, sondern auch um China. NATO-Generalsekretär Rutte sprach erneut über die russisch-chinesische Bedrohung.
«There is a long-term threat from Russia, and we shouldn't be naive about China either. Regarding the Arctic, here too, it's not just about Russia, but also about China»
— Viral Video News (@viralvideonews3) February 12, 2026
NATO Secretary General Rutte spoke again about the Russian-Chinese threat. pic.twitter.com/FTUcKWIFaG
Auffällig ist vor allem die Grundstruktur des Artikels:
China wird nicht primär als normaler geopolitischer Akteur beschrieben, sondern als strategische Gefahr, die den Westen manipuliert, abhängig macht und kontrollieren will. Gleichzeitig werden westliche Machtpolitik und westliche Interventionen kaum kritisch beleuchtet.
Besonders deutlich wird die Schlagseite hier:
„China diktiert heute die Preise für russisches Öl, kontrolliert die kritischen Lieferketten des Westens und inszeniert sich … als der einzig verlässliche Garant für globale Stabilität.“
Der Satz suggeriert:
- China manipuliere gezielt globale Märkte
- China nutze Krisen kaltblütig aus
- Chinas Stabilitätsrolle sei bloße Inszenierung
Was komplett fehlt:
Warum viele Staaten im globalen Süden China überhaupt als Alternative zum Westen sehen.
Der Artikel blendet zentrale historische Faktoren aus:
- Irakkrieg
- Libyen-Zerstörung
- NATO-Expansion
- westliche Sanktionen
- Regime-Change-Politik
- Dollar-Dominanz
- SWIFT-Waffenisierung
- jahrzehntelange westliche Interventionen
Gerade deshalb empfinden viele Länder Chinas Infrastrukturpolitik tatsächlich als attraktiver als westliche Bedingungen.
Der Artikel übernimmt außerdem fast vollständig das inzwischen typische westliche „Debt Trap“-Narrativ zur Belt-and-Road-Initiative:
„Peking treibt ärmere Länder in eine gefährliche Schuldenfalle.“
Das Problem:
Dieses Narrativ ist hoch umstritten.
Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen — selbst westlicher Institute — kamen zu deutlich differenzierteren Ergebnissen:
- Viele BRI-Projekte wurden neu verhandelt statt „übernommen“
- westliche Banken und der IWF erzeugen selbst massive Schuldenabhängigkeiten
- China vergibt oft langfristigere Infrastrukturkredite als westliche Institutionen
- zahlreiche Staaten suchen aktiv chinesische Investitionen
„Wir wissen, dass China aktiv an der Umgehung von Sanktionen beteiligt war und Güter mit doppelter Verwendung lieferte. Ich war nie naiv bezüglich Chinas Rolle, wenn es um Russlands Krieg gegen die Ukraine geht.“ China hilft Russland dabei, Ukrainer mit Gütern mit doppelter Verwendung zu töten. China wurde auch gerade freigegeben, Nvidia-Chips zu kaufen. Die Woche birgt Vieles.
🇨🇳🇷🇺 NATO Chief Rutte on China and Russia:
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) May 20, 2026
"We know China was active in sanction circumvention and delivering dual-use goods.
I've never been naive about China's role when it comes to Russia's war against Ukraine."
China helps Russia kill Ukrainians with dual-use goods. China… https://t.co/y0K5UXErve pic.twitter.com/aoFSG4JRk1
Im Artikel erscheint dagegen fast ausschließlich die westliche Sicherheits- und Abhängigkeitslogik.
Ebenso interessant:
Der Text beschreibt Xi praktisch als Gewinner westlicher Fehler:
„Trump und Putin haben mit ihrer unberechenbaren Politik kräftig als Steigbügelhalter mitgeholfen.“
Doch auch das ist verkürzt.
Denn Chinas Aufstieg begann nicht erst durch Trump oder Putin, sondern:
- durch jahrzehntelange Industrialisierung
- staatliche Langfristplanung
- massive Infrastrukturentwicklung
- Technologiepolitik
- Exportstrategie
- Bildungsausbau
- Integration in globale Märkte
Der Artikel reduziert dies jedoch auf taktische Machtpolitik und „PR-Maschinerie“.
Besonders auffällig ist auch die Wortwahl:
- „teuflischer Plan“
- „kaltblütig“
- „Masche“
- „führt sie vor“
- „lässt sie auflaufen“
Das sind keine neutralen geopolitischen Begriffe, sondern emotionalisierende Frames, die ein Feindbild erzeugen.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte verblüfft die Welt und gibt zu, dass Präsident Trump recht hat: Wir müssen die Arktis und Grönland vor China und Russland verteidigen. „Trump hat recht. Wir müssen dort mehr tun! Wir müssen die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss schützen!”
🚨 BREAKING: NATO Secretary General Mark Rutte stuns the world, says President Trump is RIGHT, we MUST defend the Arctic and Greenland from China and Russia
— Eric Daugherty (@EricLDaugh) January 21, 2026
"Trump is right. We have to do more there! We have to protect the Arctic against Russian and Chinese influence!"
IMAGINE… pic.twitter.com/H02IzkGxlb
Gleichzeitig wird der Westen implizit als eigentlich legitime Ordnung dargestellt, die nun „aufholen“ müsse. Das entspricht stark der Denkweise transatlantischer Sicherheitskreise:
China wird nicht als normale Großmacht betrachtet, sondern als systemische Herausforderung westlicher Dominanz.
Auffällig ist außerdem, dass:
- NATO-Erweiterung
- westliche Wirtschaftskriege
- US-Sanktionspolitik
- westliche Einmischungen
praktisch gar nicht problematisiert werden, während Chinas Verhalten permanent als strategische Bedrohung interpretiert wird.
Der Artikel wirkt deshalb weniger wie eine ausgewogene geopolitische Analyse und mehr wie ein Beitrag aus dem Umfeld westlicher „strategic competition“-Narrative:
China als gefährlicher Systemrivale, der wirtschaftliche Verflechtungen als geopolitische Waffe nutzt.
Genau dieses Framing dominiert seit einigen Jahren große Teile westlicher Medien-, Thinktank- und NATO-naher Debatten.


