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Demonstrationen gegen die Covid-19-„Verschwörer“: Niederländischer Polizist beschreibt das Vorgehen und tritt zurück

Demonstrationen gegen die Covid-19-„Verschwörer“: Niederländischer Polizist beschreibt das Vorgehen und tritt zurück

Die außerparlamentarische Untersuchungskommission 2020 hat begonnen, Transkripte von polizeilichen Verhören zu veröffentlichen, so die Organisation in den sozialen Medien. Dutzende von Agenten haben sich beim Ausschuss gemeldet und anschließend eine Erklärung abgegeben. Diese Whistleblower zeichnen ein ganz anderes Bild als die Medien.

Seit Beginn der Corona-Krise hat sich die Arbeit der mobilen Einheit in den Niederlanden stark verändert, so ein leitender Beamter der Untersuchungskommission, die von Pedro Kuit geleitet wird.

„Auch bei genehmigten angemeldeten Demonstrationen wird die Bereitschaftspolizei sichtbar vor Ort platziert. Ich stelle auch fest, dass dies vom Thema der Demonstration abhängt: Bei den Black-Lives-Matter-Demonstrationen werden wir gar nicht gerufen oder unauffällig außer Sichtweite platziert“, so der Polizeipräsident, dessen Spezialität die mobile Einheit ist.

„Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik werden wir voll im Blickfeld platziert und im Vorfeld angewiesen, beim kleinsten Verstoß gegen die Regeln zu handeln. Abstand zu halten ist dann eine ideale Handlungsregel: Schließlich ist es für Demonstranten fast unmöglich, einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Außerdem ist es genau das, wogegen sie demonstrieren“, so der Beamte weiter. „Der geringste Widerstand, z.B. nicht schnell genug zu gehen, ist dann ein zulässiger Grund, maximale Gewalt anzuwenden.“

Der Polizeipräsident stellte fest, dass Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen routinemäßig als „Demos von Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet werden. Er bestätigte, dass bei den Corona-Protesten die sogenannten Romeos „ständig darauf bedacht sind, die Situation zu eskalieren“, damit die Polizei dann so schnell wie möglich aufräumen kann.

Der Offizier sagte, er könne und werde sich nicht mehr daran beteiligen. „Es wird herablassend und diskriminierend über Demonstranten gesprochen. Sie sind ‚hirnlose Spinner‘, ‚Viren, die man bekämpfen muss‘ und Niederträchtige, denen man es zeigen muss.“

Übrigens: Sie können sich nicht einfach krankmelden oder abmelden: „Sie werden dann sofort gefragt, ob Sie Probleme mit dem ‚Rammen von Wappies‘ haben. Wenn Sie das bestätigen, haben Sie kein Leben mehr: Sie werden ständig gedemütigt und schikaniert und unter Druck gesetzt, Demonstranten zu verprügeln.“

„Ich kann das nicht mehr tun. Meine Frau kennt mich nicht mehr. Ich bin depressiv, schlafe schlecht, weine viel und schlage ständig auf meine Frau und Kinder ein.“ Der Beamte erlitt durch seine Arbeit mit der Polizei eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und befindet sich derzeit in Behandlung. „Ich habe mich entschlossen, meinen Rücktritt einzureichen. Ich kann und will da nicht mehr mitmachen. Es bringt mich um.“