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Der deutsche Gesundheitsminister hat schon lange eine fundamentale Unfähigkeit bewiesen, einfache Studien zu verstehen und wissenschaftlich zu bewerten und erreicht jetzt ein völlig neues Niveau.

Ich bin zu spät dran, um auf diese Meldung hinzuweisen und zu lachen, aber sie ist zu gut, um sie loszulassen.

Am Sonntag meldete sich Europas prominentester Dummkopf Karl Lauterbach auf Twitter zu Wort, um all jene zu ermahnen, „die noch unsicher sind, ob Masken vor COVID schützen“. Triumphierend präsentierte er „eine neue amerikanische Mega-Studie1“, die, wie er behauptete, „über 1.700 Studien auswertet“ und letztlich beweist, dass „der Nutzen von Masken sehr groß, unbestritten und in vielen Bereichen anwendbar ist.“

Also klickte ich mich zu der Studie um zu sehen, was los war, und mir fiel sofort auf, dass etwas wirklich, wirklich falsch daran ist. Zugegeben, mit vielen Maskenstudien ist etwas nicht in Ordnung, aber das ist nicht das, was ich sagen will. Ich will damit sagen, dass dies keine gewöhnliche Arbeit ist. Es liest sich, als sei es mit Buntstiften geschrieben worden.

Die Autoren behaupten zwar, sie hätten über 1 700 frühere Analysen „gescreent“, doch letztlich berücksichtigen sie nur die Ergebnisse von dreizehn Arbeiten, die alle von bizarrer minderer Qualität sind und nicht später als 2020 veröffentlicht wurden. Darunter befindet sich auch die berüchtigte CDC-Studie eines Friseursalons. Eine andere befasst sich mit der frühen Eindämmung des schweren akuten Atemwegssyndroms (SARS) – aus dem Jahr 2004. Darin wird berichtet, dass sich im thailändischen Bamrasnaradura-Institut nach der Aufnahme eines SARS-Patienten im Jahr 2003 niemand mit SARS angesteckt hat, und es wird am Rande erwähnt, dass die meisten Mitarbeiter sich die Hände gewaschen und regelmäßig N95-Atemschutzmasken getragen haben.

Glücklicherweise ersparen mir die Twitter-Spürnasen weitere Nachforschungen.

Eine weitere in der Analyse enthaltene Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von „militärischen Gasmasken zum Schutz von Chirurgen bei Tracheotomien an Patienten mit COVID-19„. Der Artikel aus dem BMJ Military Health findet sich in einem Unterabschnitt der Zeitschrift mit dem Titel „Images in clinical practice“ (Bilder in der klinischen Praxis) und wird von zwei Bildern von Chirurgen mit Gasmasken begleitet.

Es gibt nirgendwo Daten, außer der Versicherung, dass „wir 20 Tracheotomien ohne Komplikationen durchgeführt haben“. In der Megastudie wird sie jedoch plötzlich mit „Ergebnissen“ versehen, die zeigen, dass „das Risiko einer Übertragung beim Tragen von Masken gering ist.“

Ebenfalls – und möglicherweise noch erstaunlicher – ist die völlig sinnlose und unsinnige statistische Analyse der Autoren.

Paul Mainwood hält die Studie für einen Schwindel, aber vielleicht haben wir nicht so viel Glück. Wenn man googelt, kommt man zu dem Schluss, dass die Autoren Studenten an einer mittelmäßigen amerikanischen Medizinschule waren, als sie diese Studie zusammenstellten, so dass Dummheit als Erklärung mindestens genauso wahrscheinlich ist.

Wie dem auch sei, es sollte inzwischen jedem klar sein, dass Karl Lauterbach keine Ahnung hat, was er tut, und dass er jede Studie lobt, die seinen Vorurteilen schmeichelt. Deutschland wäre mit einem Goldfisch an der Spitze des Gesundheitsministeriums besser dran. Er sollte zurücktreten.

Lauterspeak für eine Metastudie, der man superduper zustimmt, schätze ich.