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Die Nachrichten – tödlich für die Satire

Die Nachrichten – tödlich für die Satire

Wie soll man angesichts dessen, was sie jeden Tag sagen, den Unterschied zwischen feierlichen offiziellen Verlautbarungen und schelmischer Satire erkennen?

Vor ein paar Jahren schlug ein Kollege die Idee vor, dass eine Gruppe von uns versuchen sollte, der steigenden Leidenschaft der Anti-Russland-Propaganda entgegenzuwirken, indem wir sie satirisch aufbereiten. Meine Reaktion war, dass das wahrscheinlich eine Verschwendung von Mühe sein würde (das war zu Trumps Zeiten, mit Rachel Maddow und dem Rest, die 24/7 immer absurdere Verschwörungsideen ausspuckten), weil sie schon weit über den Punkt hinaus waren, um überhaupt in der Lage zu sein, Satire zu bemerken.

Nichts hat mich seitdem dazu gebracht, meine Meinung zu ändern. Lest zum Beispiel das hier aus Australiens meistgelesener Zeitung – es geht hier um China, aber das spielt keine Rolle

Knuddelige Elefanten sind die neueste Waffe in der Propagandaoffensive von Präsident Xi Jinping, um ein „liebenswerteres“ globales Bild von China zu präsentieren.

Mit anderen Worten: Um den Westen davon abzulenken, dass Millionen von Uiguren in Ketten gefesselt sind und ihre Moscheen niedergerissen werden, während sie mit Schweinefleisch-Sandwiches zwangsgefüttert werden, haben die kommunistischen Diktatoren in Peking Geschichten über niedliche Kuscheltiere entfesselt. Wie könnte man das persiflieren? Und wenn es jemand versuchen würde, würde jemand merken, dass es Satire ist? Wie würde man den Unterschied zwischen Satire und ernsthaften Verlautbarungen von „Gelehrten“ in „Think“-Tanks erkennen? Knuddelige Elefanten sind glaubwürdig, aber knuddelige Pandas sind übertrieben?

Oder wie steht es mit der feierlichen Erklärung der BBC vor drei Jahren, dass Putins Russland den Humor in eine Waffe verwandelt habe? Was kommt als Nächstes? Putin macht Käse zur Waffe? Ups, das hat Masha Gessen schon getan mit ihrem unvergesslichen Lobgesang auf

Mein kleiner Gorgonzola. Mein kleiner Mozzarella. Mein kleiner Gruyere, Chevre und Brie. Ich hielt sie alle in meinen Armen – ich wollte sie nicht einmal mit dem Einkaufswagen teilen – und steuerte auf die Registrierkasse zu.

Putin macht dein Frühstücksmüsli zu einer Waffe! Das zieht danach nicht mehr so, nicht wahr? Bleiben nur noch Killer-Tintenfische – nee, das gab’s auch schon: Wird der 14-beinige Killer-Tintenfisch, der ZWEI MEILEN unter der Antarktis gefunden wurde, von Putin als Waffe eingesetzt?