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Inhaltliche Entleerung

Inhaltliche Entleerung

In seiner Fernsehansprache vom 8. Mai hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz an die Bürger gewandt und den Eindruck erweckt, ihre Sorgen vor einer Ausweitung des Krieges ernst zu nehmen, dann aber lediglich eine Parole präsentiert: „Angst darf uns nicht lähmen.“ Eine Analyse der Rede legt ein grundlegendes Muster offen: Der inhaltlichen Entleerung wesentlicher Begriffe folgt deren propagandistische Aufladung.

Der Einstieg in die Rede erfolgt in einem Ton der Demut:

„Heute vor 77 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Das Schweigen der Waffen am 8. Mai 1945 glich einer Friedhofsruhe – über den Gräbern von mehr als 60 Millionen Frauen, Männern und Kindern. Millionen von ihnen sind auf den Schlachtfeldern gefallen. Millionen sind in ihren Städten und Dörfern, in Konzentrations- oder Vernichtungslagern ermordet worden. Deutsche haben dieses Menschheitsverbrechen verübt.“

Der Eindruck entsteht, hier redet ein Kanzler, der Schuld und Verantwortungsübernahme nicht von sich schiebt. Zwischen den Zeilen kommuniziert Scholz die Botschaft eines Kanzlers mit ausgeprägtem Rechtsbewusstsein. All das weckt Vertrauen.