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„Israel kann ohne die USA nicht weitermachen“ – Douglas Macgregor warnt vor regionalem Flächenbrand und dem Zerfall amerikanischer Machtprojektion

Während westliche Medien weiterhin von möglichen Verhandlungen, diplomatischen Durchbrüchen und einer angeblichen „Deeskalation“ zwischen Washington und Teheran sprechen, zeichnet der ehemalige Pentagon-Berater und Oberst Douglas Macgregor ein völlig anderes Bild der Realität. In einem explosiven Interview beschreibt er den Nahen Osten als Region am Rand einer historischen geopolitischen Neuordnung — und warnt davor, dass die Vereinigten Staaten in einen Krieg hineingezogen werden könnten, den sie weder kontrollieren noch gewinnen können.

Für Macgregor steht fest:
Der Konflikt gegen Iran ist längst nicht mehr nur ein regionaler Krieg.
Er sei inzwischen Teil eines viel größeren Machtkampfes:

  • um die Zukunft Israels,
  • um die amerikanische Vorherrschaft,
  • um globale Energieversorgung,
  • und um die strategische Neuordnung des gesamten Nahen Ostens.

Seine Analyse ist dabei vernichtend:
Die USA hätten Iran massiv unterschätzt, ihre eigene Verwundbarkeit ignoriert und stünden nun vor einem geopolitischen Dilemma, aus dem es keinen einfachen Ausweg mehr gebe.

„Ein US-Rückzug wäre für Israel katastrophal“

Macgregor beginnt seine Analyse mit einer Aussage, die wie ein Schock wirkt:
Israel könne sich einen amerikanischen Rückzug aus dem Krieg faktisch nicht leisten.

Er argumentiert:
Die israelische Führung wisse genau, dass ihre gesamte strategische Position auf der permanenten Unterstützung durch die Vereinigten Staaten basiert.

Sollte Donald Trump plötzlich erklären:

  • es gebe „keine militärische Lösung“,
  • die USA würden sich zurückziehen,
  • oder die Kampfhandlungen würden eingefroren,

dann wäre dies laut Macgregor aus israelischer Sicht „katastrophal“.

Denn:
Israel müsse Washington dauerhaft im Konflikt halten.
Nur so könne Tel Aviv verhindern, geopolitisch isoliert zu werden.

Die Angst vor dem Ende amerikanischer Schutzmacht

Zwischen den Zeilen beschreibt Macgregor eine enorme strategische Panik innerhalb Israels.

Er deutet an:
Die israelische Führung fürchte weniger Iran selbst —
als vielmehr die Möglichkeit, dass die USA irgendwann nicht mehr bereit oder fähig sein könnten, die militärische Hauptlast zu tragen.

Genau deshalb, so seine Analyse, dürfe das Feuer des Krieges niemals vollständig erlöschen.

Denn sobald Washington sich zurückziehe, stelle sich sofort eine gefährliche Frage:
Warum sollten die USA später erneut militärisch eingreifen —
etwa gegen Türkei, Iran oder andere regionale Gegner Israels?

„Großisrael“ und die Eskalation im Libanon

Besonders explosiv sind Macgregors Aussagen über Israels strategische Ziele im Libanon.

Er behauptet offen:
Israel versuche derzeit, Südlibanon schrittweise zu „gazifizieren“ — also militärisch zu zerstören und langfristig in eine kontrollierte Zone umzuwandeln.

Das sei Teil einer breiteren Agenda:
einer territorialen und sicherheitspolitischen Ausdehnung israelischen Einflusses.

Ob diese Einschätzung zutrifft oder nicht —
bemerkenswert ist, dass ein ehemaliger hochrangiger US-Militärberater inzwischen öffentlich in solchen Kategorien spricht.

Die Türkei wird zum strategischen Gegenspieler

Noch brisanter wird das Interview, als Macgregor auf die Türkei zu sprechen kommt.

Er beschreibt Ankara inzwischen als einen der gefährlichsten geopolitischen Herausforderer Israels.

Laut Macgregor verfolgen türkische Strategen zunehmend neo-osmanische Vorstellungen:
Einflusszonen in:

  • Syrien,
  • Irak,
  • Libanon
  • und Teilen des östlichen Mittelmeers.

Er berichtet sogar von Gesprächen über türkische Karten ehemaliger osmanischer Gebiete, die Ankara weiterhin als historischen Einflussraum betrachtet.

Damit entsteht ein völlig neues Szenario:
Israel könnte künftig nicht nur mit Iran —
sondern gleichzeitig mit einer aufstrebenden Türkei konfrontiert werden.

Besonders bemerkenswert:
Macgregor verweist auf Aussagen des ehemaligen israelischen Premierministers Naftali Bennett, wonach die Türkei langfristig der gefährlichere Gegner Israels sein könnte als Iran selbst.

Ägypten – der unterschätzte Pulverfass-Staat

Macgregor warnt außerdem vor einer Entwicklung, die westliche Medien kaum thematisieren:
die zunehmende Wut in Ägypten.

Er beschreibt ein Land,
dessen Bevölkerung immer stärker gegen die Untätigkeit ihrer Regierung angesichts der Zerstörung in Gaza und Palästina rebelliert.

Viele Ägypter würden fragen:

  • Warum tut Ägypten nichts?
  • Warum schaut die größte arabische Nation nur zu?
  • Warum greift niemand ein?

Macgregor deutet an:
Sollte Ägypten innenpolitisch destabilisiert werden,
könnte der gesamte Nahe Osten explodieren.

„Trump handelt emotional, nicht strategisch“

Einer der härtesten Teile des Interviews richtet sich gegen Donald Trump selbst.

Macgregor erklärt offen:
Die Angriffe auf Iran seien niemals rational kalkuliert gewesen.

Wäre strategisches Denken im Spiel gewesen,
hätte Washington Iran niemals angegriffen.

Seiner Ansicht nach:

  • habe Emotion die Vernunft verdrängt,
  • sei Trump impulsiv,
  • und handle zunehmend unter politischem Druck.

Macgregor kritisiert besonders,
dass Trump offenbar davon ausging,
der Konflikt werde schnell enden —
eine Fehleinschätzung mit potenziell katastrophalen Folgen.

Iran hat sich angepasst – und ist stärker als erwartet

Besonders alarmierend ist Macgregors Einschätzung der militärischen Lage.

Er erklärt:
Iran habe seine Streitkräfte inzwischen massiv angepasst:

  • mobile Raketenwerfer verlegt,
  • Infrastruktur verteilt,
  • Kommandostrukturen stabilisiert,
  • westliche Flugmuster analysiert,
  • Luftabwehr angepasst.

Zusätzlich hätten:

  • Russland,
  • China,
  • Satellitenaufklärung,
  • ISR-Systeme,
  • technische Hilfe,
  • und Raketenunterstützung

Iran erheblich widerstandsfähiger gemacht.

Macgregor behauptet sogar,
westliche Luftoperationen seien inzwischen vorhersehbar geworden,
während iranische Fähigkeiten massiv unterschätzt worden seien.

Die Straße von Hormus als globaler Schockpunkt

Ein zentrales Thema bleibt die Energieversorgung.

Macgregor warnt:
Eine weitere Eskalation könnte die gesamte globale Energiearchitektur erschüttern.

Die Straße von Hormus sei dabei der gefährlichste Flaschenhals der Welt.

Sollte dort ein massiver Konflikt eskalieren:

  • könnten Ölpreise explodieren,
  • Lieferketten kollabieren,
  • die Weltwirtschaft in eine Schockphase geraten.

Besonders dramatisch:
Macgregor spricht von einem möglichen Jahrzehnt globaler wirtschaftlicher Schäden.

Das Ende amerikanischer Militärdominanz?

Der vielleicht wichtigste Teil des Interviews betrifft jedoch nicht Iran —
sondern die Vereinigten Staaten selbst.

Macgregor erklärt:
Die gesamte amerikanische Militärstrategie der letzten Jahrzehnte sei technologisch überholt.

Die Doktrin weltweiter Militärbasen („forward presence“) funktioniere nicht mehr:

  • moderne Raketen,
  • Hyperschallwaffen,
  • Drohnenschwärme,
  • Satellitenaufklärung,
  • Präzisionsschläge

hätten große US-Stützpunkte verwundbar gemacht.

Viele Basen im Nahen Osten seien laut ihm heute praktisch nicht mehr verteidigbar.

Die USA werden selbst zum Risiko für ihre Verbündeten

Macgregor geht noch weiter:
Amerikanische Militärpräsenz werde zunehmend nicht mehr als Schutz —
sondern als Gefahr wahrgenommen.

Denn:
Wo US-Stützpunkte stehen,
entstehen automatisch potenzielle Angriffsziele.

Deshalb könnten künftig:

  • Deutschland,
  • Südkorea,
  • Japan
  • und andere Verbündete

die amerikanische Präsenz zunehmend infrage stellen.

Die eigentliche Botschaft des Interviews

Zwischen allen geopolitischen Analysen zieht sich eine zentrale Botschaft durch das gesamte Gespräch:

Die Weltordnung verändert sich schneller,
als Washington bereit ist zu akzeptieren.

Macgregor beschreibt:

  • ein Amerika in strategischer Überdehnung,
  • ein Israel in wachsender Unsicherheit,
  • einen Iran, der widerstandsfähiger ist als erwartet,
  • eine Türkei im Aufstieg,
  • China und Russland als stille Gewinner,
  • und eine Militärdoktrin, die technologisch zunehmend zerfällt.

Sein düsteres Fazit:
Die USA könnten den Krieg gegen Iran möglicherweise nicht gewinnen —
ihn aber dennoch immer weiter eskalieren.

Und genau darin liege die größte Gefahr:
Ein Konflikt, der ursprünglich regional begann,
könnte sich zu einer globalen Energie-, Militär- und Systemkrise ausweiten,
deren Folgen weit über den Nahen Osten hinausreichen.