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Israel und der Westen bereiten die nächste Runde des Krieges gegen den Iran vor

von Brian McGlinchey

Friedensliebende Menschen auf der ganzen Welt atmeten auf, als der israelisch-amerikanische Krieg gegen den Iran im Juni nach 12 Tagen endete und Präsident Trump triumphierend verkündete, die US-Schläge hätten das iranische Atomprogramm „ausgelöscht“.

Während seine Rhetorik darauf hindeutet, dass Israel und die Welt die US-Bombardierung als dauerhafte Lösung für die Anschuldigungen sehen sollten, der Iran strebe nach Atomwaffen, bereiten Israel und seine westlichen Kollaborateure bereits die Bühne für eine neue Aggression vor. Israelische Angriffe könnten nur noch Tage oder Wochen entfernt sein – Netanjahu hofft, dass die Vereinigten Staaten diesmal in eine langwierige, blutige Kampagne zum Regimewechsel hineingezogen werden, um die israelische Agenda voranzutreiben.

Am Donnerstag teilten Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich dem UN-Sicherheitsrat mit, dass sie das Verfahren zur Wiedereinführung von UN-Sanktionen gegen den Iran im Rahmen der „Snapback“-Bestimmungen des Atomabkommens von 2015 einleiten würden.

Im JCPOA hatte der Iran strenge Auflagen akzeptiert – etwa die Reduzierung seines Bestands an schwachangereichertem Uran um 98 %, die Begrenzung der künftigen Anreicherung auf 3,67 % und das Stilllegen seines Schwerwasserreaktors. Im Gegenzug wurden Sanktionserleichterungen gewährt. Obwohl Teheran das Abkommen einhielt, zog Trump die USA 2018 spontan zurück und verhängte erneut „die härtesten Sanktionen, die jemals gegen den Iran verhängt wurden“. Daraufhin begann der Iran, Uran weit über die JCPOA-Grenzen hinaus anzureichern.

Wie Israel fordert auch Trump eine vollständige Einstellung der Anreicherung – ein Punkt, den der Iran als souveränes Recht vehement verteidigt und auf den Atomwaffensperrvertrag verweist, dem er – im Gegensatz zum atomar bewaffneten Israel – beigetreten ist. Diese „Nullanreicherung“ ist bewusst nicht verhandelbar und sorgt so für ständige Spannungen und wiederkehrende militärische Auseinandersetzungen – ganz im Sinne der israelischen Strategie, die USA in einen totalen Krieg zu manövrieren oder das Regime durch Stellvertreter zu stürzen. Ziel: Rivalen in der Region schwächen oder zerstören.

Sollten nach 30 Tagen tatsächlich UN-Sanktionen zurückkehren, könnte der Iran sogar aus dem NVV austreten. Bereits jetzt hat er IAEO-Inspektoren ausgewiesen, da die Behörde Israels Bombardierungen nicht verurteilt habe. Der Verbleib von 60 % angereichertem Uran, das in Fordow gelagert war, bleibt unklar – möglicherweise wurde es noch vor den US-Angriffen verlegt.

Für Teheran ist es eine Zwickmühle: Entweder den NVV verlassen – was als Beweis für Atomwaffenpläne dargestellt würde – oder begrenzte Inspektionen zulassen und so neue Vorwürfe provozieren. Beides liefert Israel Vorwände für eine Eskalation.

Trita Parsi vom Quincy Institute warnt: Israel wolle den Iran in das nächste Syrien oder Libanon verwandeln – ein Land, das beliebig bombardiert werden kann. Deshalb werde Teheran beim nächsten Mal „sofort aufs Ganze gehen“. Ein massiver Vergeltungsschlag könnte jedoch die USA tiefer in den Konflikt ziehen.

Das Wettrüsten läuft bereits: Israel neutralisierte im Juni zunächst die iranische Luftabwehr, doch Iran erzielte später spektakuläre Hyperschlangriffe. Beide Seiten litten schwere Verluste an Waffenarsenalen. Besonders brisant: Die USA verbrannten ein Viertel ihres weltweiten THAAD-Bestands – Kostenpunkt 2 Milliarden Dollar.

Netanjahu könnte sich gedrängt fühlen, bald zuzuschlagen – bevor Mossad-Netzwerke im Iran ausgehoben sind oder die politische Unterstützung in Washington weiter erodiert. Denn die Unterstützung Israels bröckelt, auch in Trumps republikanischem Lager. Eine Pew-Umfrage zeigte: 50 % der Republikaner unter 50 lehnen Israel inzwischen ab. Trumps Entscheidung, im Juni mitzuziehen, hat seine America-First-Basis tief verärgert.

Zugleich geraten US-Abgeordnete bei Townhalls unter massiven Druck wütender Wähler, die die anhaltende Unterstützung für israelische Kriegsverbrechen in Gaza nicht mehr akzeptieren. Für Netanjahu ein Signal: Den nächsten Krieg beginnen, bevor die Stimmung kippt.

Um die nächste Aggression vorzubereiten, fahren Israel und westliche Partner ihre Propagandakampagnen hoch – mit abgenutzten Drohungen, der Iran sei „nur Monate von der Bombe entfernt“. Netanjahu griff sogar auf alte Argumente aus der Irak-Kriegszeit zurück. Australien lieferte jüngst das jüngste Beispiel: Premier Albanese beschuldigte den Iran ohne Beweise, Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen begangen zu haben, wies den iranischen Botschafter aus und stufte die Revolutionsgarden als Terrororganisation ein. Politisch half das, Netanjahus Vorwurf des „Antisemitismus-Versagens“ abzuwehren.

Eines ist klar: In den kommenden Wochen werden noch viele Anschuldigungen gegen den Iran folgen. Manche könnten stimmen, viele nicht. Wie Caitlin Johnstone mahnt: „Was ohne Beweise behauptet werden kann, kann auch ohne Beweise verworfen werden.“