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Japan äußert sich zum russischen Ölverbot
Der japanische Premierminister Fumio Kishida spricht zu Reportern in Rom, Italien, 4. Mai 2022. © AM / Getty Images

Japan äußert sich zum russischen Ölverbot

Premierminister Fumio Kishida sagte, die Einstellung der Importe aus Moskau werde Zeit brauchen

Der japanische Premierminister Fumio Kishida hat erklärt, dass der schrittweise Ausstieg aus der Abhängigkeit von russischem Öl einige Zeit in Anspruch nehmen wird, da Tokio sein Bestes tun wird, um die negativen Auswirkungen auf die Unternehmen und den Durchschnittsbürger zu minimieren“. Die Äußerungen erfolgten kurz nachdem die Gruppe der Sieben (G7) beschlossen hatte, im Rahmen der Sanktionen gegen die Militäraktion in der Ukraine die Ölimporte aus Russland zu reduzieren.

Zur G7 gehören die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan.
„Für ein Land, das stark von Energieimporten abhängig ist, ist das eine sehr schwierige Entscheidung. Aber die Koordination der G7 ist in einer Zeit wie dieser sehr wichtig“, sagte Kishida am Montag vor Reportern.

„Was den Zeitplan für die Reduzierung oder den Stopp der [russischen] Ölimporte angeht, so werden wir dies unter Berücksichtigung der tatsächlichen Situation abwägen“, fügte er hinzu. „Wir werden uns die Zeit nehmen, um Schritte in Richtung eines Ausstiegs zu unternehmen“.

Der Premierminister sagte, Tokio werde die negativen Auswirkungen des Ausstiegs auf Unternehmen und Bürger so gering wie möglich halten.

Japan ist ein Land mit knappen Ressourcen und importiert russisches Rohöl, um seine Versorgungsquellen zu diversifizieren. Nach Angaben von Kyodo News entfielen 2021 3,6 % der japanischen Ölimporte auf Russland.

Während eines virtuellen Treffens am Sonntag einigten sich die G7-Staaten darauf, russisches Öl auslaufen zu lassen oder zu verbieten. Dieser Schritt erfolgte, nachdem die EU diese Woche vorgeschlagen hatte, die Ölimporte aus Moskau bis zum Ende dieses Jahres einzustellen.

Berichten zufolge wurde der Plan der EU jedoch später überarbeitet, um Ungarn und der Slowakei den Ausstieg aus dem russischen Öl bis Ende 2024 und der Tschechischen Republik bis Ende Juni desselben Jahres zu ermöglichen.

Ungarn, dessen Wirtschaft in hohem Maße von russischer Energie abhängig ist, hat wiederholt erklärt, dass es sein Vetorecht nutzen würde, um ein sofortiges Verbot von russischem Öl und Gas zu verhindern.

Viele Länder, darunter auch NATO-Mitgliedsstaaten, haben weitreichende Sanktionen gegen Russland verhängt, die u. a. die Banken des Landes treffen und Vermögenswerte im Ausland einfrieren.

Russland griff den Nachbarstaat Ende Februar an, nachdem die Ukraine die Bedingungen der 2014 unterzeichneten Minsker Vereinbarungen nicht umgesetzt und Moskau die Donbass-Republiken Donezk und Lugansk anerkannt hatte. Mit den von Deutschland und Frankreich vermittelten Protokollen sollte den abtrünnigen Regionen ein Sonderstatus innerhalb des ukrainischen Staates verliehen werden.

Der Kreml hat seitdem gefordert, dass die Ukraine sich offiziell als neutrales Land erklärt, das niemals dem von den USA geführten NATO-Militärblock beitreten wird. Kiew beharrt darauf, dass die russische Offensive völlig unprovoziert war, und hat Behauptungen zurückgewiesen, es plane, die beiden Republiken mit Gewalt zurückzuerobern.