von Tyler Durden
Nach dem größten Tagesanstieg der Arabica-Kaffeefutures seit der Dotcom-Blase warnt der Chef des italienischen Kaffeekonzerns Lavazza Group, dass die Preise in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich nicht sinken werden.
Giuseppe Lavazza, Vorstandsvorsitzender des italienischen Rösters, sagte gegenüber Bloomberg:
„Der Markt braucht zunächst Stabilität, bevor man überhaupt an sinkende Preise denken kann.“
Lavazza erklärte, dass es zwei Ernten und eine umfassende Wiederaufbauphase brauche, um die Lagerbestände wieder aufzufüllen und die Lieferengpässe zu beseitigen. Deshalb seien niedrigere Preise in den nächsten zwei Jahren unwahrscheinlich.
Am Montag verzeichneten die Arabica-Futures in New York ihren größten Kurssprung seit 26 Jahren, nachdem sich die Wetterbedingungen in Brasilien verschlechterten und die von den Börsen verwalteten Lagerbestände weiter schrumpften.
Der heftige Preisanstieg war jedoch nicht nur wetterbedingt. Zusätzlich kam es zu einem massiven Short Squeeze, bei dem Händler mit Leerverkaufspositionen gezwungen wurden, diese einzudecken.
Dadurch stieg die 60-Tage-Volatilität auf den höchsten Stand seit 2014 – einer Zeit, in der wetterbedingte Ernteausfälle in Brasilien die weltweiten Kaffeevorräte stark beeinträchtigten.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich in den kommenden Monaten das Wetterphänomen El Niño entwickeln dürfte. Es könnte nicht nur in Brasilien als weltweit größtem Kaffeeproduzenten, sondern auch in anderen wichtigen Agrarregionen der Welt für ungünstige Wetterbedingungen sorgen.
„Ich denke, wir erleben eine lang anhaltende Phase der Instabilität und Unsicherheit“, warnte Lavazza und fügte hinzu:
„Instabilität ist die neue Konstante.“
Weiter erklärte er:
„Wir brauchen einige sehr gute Ernten in Brasilien und Vietnam, um wieder Stabilität zu schaffen. Vielleicht steht die erste gute Ernte bevor, aber wir haben bislang keine Belege dafür, dass sie so gut ausfallen wird, wie Ende 2025 erwartet wurde.“
Er ergänzte:
„Der Kaffeemarkt weist heute grundlegende Veränderungen gegenüber der Vergangenheit auf. Wir bewegen uns in einem Umfeld, das wir noch nicht wirklich verstehen.“
Die Schlussfolgerung für Kaffeeliebhaber ist einfach: Legen Sie sich einen Vorrat an.

