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Macgregor: Selenskyj wird von britischen Kräften an der Macht gehalten – welche Rolle spielen SAS und MI6 in Kiew?

Macgregor: Selenskyj wird von britischen Kräften an der Macht gehalten – welche Rolle spielen SAS und MI6 in Kiew?

Der pensionierte US-Oberst Douglas Macgregor erhebt einen weitreichenden Vorwurf: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj halte sich nach seiner Einschätzung nicht aus eigener politischer Stärke an der Macht, sondern werde maßgeblich durch britische Kräfte geschützt und gestützt. Macgregor spricht dabei ausdrücklich von Personen aus dem Umfeld des britischen Special Air Service (SAS) und des Auslandsgeheimdienstes MI6.

„Selenskyj wird im Wesentlichen von Söldnern an der Macht gehalten – hauptsächlich von der britischen SAS und MI6“, erklärte Macgregor in einem aktuellen Auftritt. Diese Kräfte würden Selenskyj schützen und eine Art abgeschirmte Realität um ihn herum aufrechterhalten, wodurch nach außen der Eindruck einer funktionierenden und souveränen Regierung in Kiew entstehe. Gleichzeitig beschreibt Macgregor die Ukraine als ein Land, das wirtschaftlich, militärisch und gesellschaftlich schwer zerstört sei.

Die Aussage ist brisant, fällt aber nicht aus dem Nichts. Bereits im September erklärte Macgregor in einem Gespräch mit dem norwegischen Professor Glenn Diesen, der britische Geheimdienst MI6 spiele gemeinsam mit amerikanischer Unterstützung eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung der ukrainischen Führung. Wörtlich sagte er damals, MI6 sei „instrumental in holding this government together“ – nehme man London und den MI6 aus der Gleichung, könne die Regierung in Kiew seiner Einschätzung nach sehr schnell zusammenbrechen.

Macgregors Einschätzung verdient Aufmerksamkeit, weil er kein außenstehender Kommentator ohne militärischen Hintergrund ist. Er diente 28 Jahre in der US-Armee, war Oberst, kämpfte im Golfkrieg, arbeitete im NATO-Hauptquartier SHAPE und war während der ersten Trump-Regierung Senior Advisor des US-Verteidigungsministers. Das US-Außenministerium bezeichnete ihn bei seiner früheren Nominierung zum Botschafter in Deutschland als ausgewiesenen Experten für Militärstrategie und Streitkräftestrukturen.

Gerade seine frühere Tätigkeit auf hoher Ebene im Pentagon und innerhalb der NATO macht seine Aussagen politisch relevant. Sie beweist allerdings nicht automatisch, dass seine konkrete Darstellung über SAS und MI6 zutrifft. Einen öffentlich zugänglichen Nachweis dafür, dass britische Spezialeinheiten Selenskyj persönlich bewachen oder ihn im wörtlichen Sinn „an der Macht halten“, gibt es bislang nicht.

Dass Großbritannien tief in den Ukraine-Krieg eingebunden ist, steht dagegen außer Frage. London gehört seit Beginn des Krieges zu den wichtigsten militärischen Unterstützern Kiews, liefert Waffen, bildet ukrainische Soldaten aus und arbeitet eng mit den ukrainischen Sicherheitsstrukturen zusammen. Macgregors These geht jedoch deutlich darüber hinaus: Er behauptet, die britische Rolle sei nicht nur militärische Unterstützung, sondern ein entscheidender Faktor für das politische Überleben der derzeitigen Führung in Kiew.

Bemerkenswert ist auch, dass Macgregor diese Einschätzung wiederholt und nicht lediglich als spontane Bemerkung geäußert hat. Bereits Wochen vor seiner aktuellen Aussage erklärte er, Washington habe offenbar weniger Kontrolle über die ukrainische Führung als London. Er stellte dabei ausdrücklich die Frage, ob Großbritannien möglicherweise bereits nach einer Alternative zu Selenskyj suche, sobald dieser politisch nicht mehr benötigt werde.

Damit berührt Macgregor eine der sensibelsten Fragen des Ukraine-Krieges: Wie souverän handelt die Regierung in Kiew tatsächlich – und welchen Einfluss besitzen jene westlichen Staaten und Geheimdienste, von deren Waffen, Geld, Aufklärung und politischer Unterstützung die Ukraine abhängig ist?

Für Macgregor ist die Antwort eindeutig. Seiner Einschätzung nach ist der britische Einfluss so weitreichend, dass ohne die Unterstützung aus London das gegenwärtige Machtgefüge in Kiew kaum bestehen könnte.

Belegt ist diese konkrete Schlussfolgerung bislang nicht. Doch sie stammt von einem ehemaligen hochrangigen US-Militär und Pentagon-Berater, der seit Jahren Zugang zu westlichen Militär- und Sicherheitskreisen hatte und dieselbe Einschätzung inzwischen mehrfach öffentlich vertreten hat.

Sollte Macgregor mit seiner Darstellung auch nur teilweise richtig liegen, würde dies ein völlig anderes Licht auf die politische Entscheidungsfreiheit Kiews und auf die Rolle Großbritanniens im Ukraine-Krieg werfen.

Quellen: