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PEPE & LARRY: Nicht Pakistan – Wer steckt wirklich hinter Saudi-Arabiens Krieg gegen den Jemen? Trump sagt: Kein Iran-Schlag vor den Midterms

In einer aktuellen Diskussion von Pepe Escobar, dem Militäranalysten Larry Johnson und dem Moderator Mr. Z geht es um die wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den jemenitischen Ansarallah (Huthis). Im Mittelpunkt stehen Berichte westlicher Medien – darunter der New York Times und der Times of India –, die Pakistan eine aktive, offensive Rolle an der Seite Riyads zuschreiben. Die Gäste widersprechen dem klar und verweisen auf hochkarätige Quellen im pakistanischen Militär. Gleichzeitig ordnen sie die Eskalation in den größeren Kontext ein: US-amerikanische Versuche, Iran zu schwächen, die wachsende Verwundbarkeit des Hauses Saud sowie Trumps öffentliche Aussage, vor den US-Midterms keinen Angriff auf den Iran zu starten. Der Jemen-Krieg und die Iran-Frage bleiben eng verknüpft.

Pakistan: Defensiv in Mekka und Medina – keine Offensive gegen den Jemen

Pepe Escobar zitiert eine Quelle auf höchster Ebene des pakistanischen Militärs, die fünf direkte Fragen beantwortet habe. Demnach seien keine pakistanischen Flugzeuge in den jemenitischen Luftraum eingedrungen (auch nicht für Abfang- oder Anti-Drohnen-Einsätze). Es gebe keine pakistanischen Truppen in der Provinz Najran (von den Diskutanten als jemenitisches Territorium betrachtet) an der Grenze. Die pakistanischen Einheiten in Saudi-Arabien seien vielmehr um Mekka und Medina stationiert.

Konkrete Zahlen der Quelle: rund 110 amerikanische Berater, lediglich zwei pakistanische Spezialisten und zwei türkische technische Unterstützer. Pakistan behalte die volle Kontrolle über seine eigenen Kräfte und habe keine operativen Befehle für Ziele im Jemen erhalten. Offensive Aktionen gegen Ansarallah seien nicht vorgesehen – das entspreche der offiziellen Position Islamabads. Die Berichte der New York Times und ähnlicher Medien seien daher falsch und basierten auf Quellen weit unterhalb der entscheidenden Ebenen.

Mr. Z bestätigt die Angaben zu 100 Prozent und betont den privilegierten Zugang zu Entscheidungsträgern, die Politik nicht nur formulieren, sondern auch umsetzen. Ein Treffen im Rahmen des Mekka-Abkommens (mit Vertretern aus Riad und der Türkei) solle defensive Maßnahmen behandeln. Pakistan und die Türkei sähen sich zudem massivem innenpolitischem Druck ausgesetzt: In Pakistan leben nach Angaben der Diskutanten rund 40 Millionen Schiiten, die Ansarallah unterstützen; ein Offensiv-Einsatz würde die Regierung in Islamabad gefährden. Auch in der Türkei gebe es erhebliche öffentliche Ablehnung. Eine direkte Konfrontation mit den jemenitischen Streitkräften sei für beide Länder daher extrem riskant. Ansarallah habe bereits Vermittlungsbitten an Pakistan gerichtet.

Wer treibt den Krieg wirklich an?

Larry Johnson führt die jüngste Eskalation auf die Ermutigung durch die USA zurück. Nach der Beerdigung von Ali Khamenei im Iran hätten die Saudis – nach amerikanischer Einschätzung – angegriffen, um Iran zu schwächen. Dabei hätten Washington und Riad die Huthis fälschlich als reine iranische Marionetten betrachtet; tatsächlich seien sie weitgehend eigenständig. Die Huthis hätten in den letzten Wochen und Monaten deutlich größere Schäden in Saudi-Arabien angerichtet als im gesamten Krieg seit 2015. Angriffe auf die Ost-West-Pipeline und Pumpenstationen hätten den saudischen Ölexport stark beeinträchtigt und eine existenzielle Krise für das Haus Saud ausgelöst – mit internen Konflikten zwischen MBS und Prinz Khaled sowie tribalen Spannungen.

Die Diskutanten sehen die finanzielle Lage Saudi-Arabiens als geschwächt an. Früher konnte Riad Partner „einladen und bezahlen“; heute müsse es eher um Unterstützung bitten. Pakistan habe daher wenig Anreiz, tiefer in die Auseinandersetzung einzusteigen.

Trump und der Iran: Kein Schlag vor den Midterms – aber Risiken bleiben

Johnson geht auf Trumps Aussage ein, vor den Midterms keinen Angriff auf den Iran zu starten. Eine Verschiebung der Wahlen selbst sei in den USA unrealistisch, da diese auf Staatenebene organisiert werden. Die USA verfügten derzeit nicht mehr über die Kampfkraft vom Februar 2026; ein begrenzter Schlag würde die Islamische Republik oder die IRGC nicht zum Zusammenbruch bringen, sondern eine neue Eskalationsrunde auslösen – mit stärkeren iranischen Gegenschlägen gegen US- und israelische Ziele. Gleichzeitig würden die Huthis ihre Offensive gegen Saudi-Arabien fortsetzen.

Israelische Verzweiflung könnte weitere Provokationen auslösen, um Wahlen im eigenen Land zu verschieben. Eine hochgestellte iranische Quelle habe gegenüber Mr. Z erklärt, man verfüge über direkte Informationen zu Vorgängen in Washington und Tel Aviv. Beim geringsten Hinweis auf offensive Bewegungen würde man mit einer bisher nicht gesehenen „Überraschung“ antworten – potenziell gegen Tel Aviv, Golfstaaten oder US-Marineeinheiten. Die iranische Seite wirke selbstbewusst und vorbereitet.

Fazit und Risiken

Die Diskutanten betonen: Die westlichen Behauptungen über eine pakistanische Offensive gegen den Jemen halten einer Überprüfung durch ihre Quellen nicht stand. Der eigentliche Treiber der aktuellen Phase bleibt die US-saudische Strategie gegen Iran und die daraus resultierende Überreaktion Riyads. Saudi-Arabien steckt in einer tiefen Krise; Pakistan und die Türkei halten sich – aus eigenem Interesse und innenpolitischem Druck – auf Distanz. Die Lage bleibt dennoch extrem gefährlich: Jemenitische Erklärungen, die türkische und pakistanische Kräfte als Kriegsgegner interpretieren könnten, erfordern schnelle diplomatische Klärung. Gleichzeitig steigt das Risiko einer weiteren Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran, die den gesamten Raum erfassen könnte.