Undeclared wars are commonplace. Tragisch, dass unsere Regierung präventive Kriege führt – also Aggressionen –, ohne dass das amerikanische Volk protestiert. Traurig, dass wir uns an den unrechtmäßigen Einsatz von Gewalt durch den Staat gewöhnt haben. Um eine wirklich freie Gesellschaft zu schaffen, muss das Thema des Einleitens von Gewalt verstanden und abgelehnt werden. Was, wenn man sein Land manchmal nur lieben kann, indem man die Regierung verändert oder abschafft? Was, wenn Jefferson recht hatte? Was, wenn die beste Regierung die ist, die am wenigsten regiert? Was, wenn es gefährlich ist, recht zu haben, wenn die Regierung unrecht hat? Was, wenn es besser ist, im Kampf für die Freiheit unterzugehen, als als Sklave zu leben? Was, wenn die größte Stunde der Gefahr für die Freiheit jetzt ist?
Diese Worte von Judge Andrew Napolitano leiten das Gespräch mit Scott Ritter ein – einem der scharfsinnigsten und erfahrensten Militäranalysten der USA. Am 23. Februar 2026 spricht Ritter in der Sendung „Judging Freedom“ nicht nur über die dramatische Eskalation im Ukraine-Konflikt, sondern vor allem über die brisante Frage: Wie würde ein amerikanischer Angriff auf den Iran tatsächlich aussehen – und ist er unvermeidbar?
Der Ukraine-Schock: Die „Flamingo“-Rakete und die überschrittenen roten Linien Russlands
Ritter beginnt mit einer Warnung, die weit über die Ukraine hinausgeht.
Am Wochenende zuvor hatte die Ukraine mit einer neu entwickelten Langstreckenrakete das russische Rüstungszentrum Wotkinsk getroffen – die wichtigste Anlage Russlands für strategische Nuklearraketen und taktische Raketen. Ritter stuft sie als eines der fünf wichtigsten (manche sagen das wichtigste) Rüstungswerke Russlands ein.
Hinter der „FP-5 Flamingo“ steckt kein rein ukrainisches Projekt:
Konzipiert und finanziert von Großbritannien (Firma Melanian mit Sitz in Abu Dhabi).
Triebwerke aus dem ehemaligen Motor-Sich-Werk in Saporischschja (zerstört) – werden außerhalb der Ukraine aufgearbeitet (Tschechien, Polen).
Feststoffraketenmotoren aus Dänemark.
Lenk- und Steuerungstechnik aus Deutschland.
Zielkoordinaten und Geheimdienstpaket von der CIA und US-Aufklärung.
Für Russland ist dies genau das Szenario, das Wladimir Putin seit Dezember 2021 in seinen Vertragsentwürfen an USA und NATO verhindern wollte: Langstreckenwaffen auf ukrainischem Boden, die Russland wehrlos machen.
Ritter erinnert an die Geschichte: US-Austritt aus dem INF-Vertrag 2019, sofortiger Test eines Tomahawk aus einem Aegis-Ashore-System in Rumänien/Polen, spätere Freigabe von ATACMS, Storm Shadow und Scalp – und schließlich die britische „indigene“ Umgehungslösung.
Die Folge: Russland sieht seine roten Linien endgültig überschritten. Ritter erwartet eine harte Antwort – nicht nur gegen ukrainische Produktionsstätten, sondern möglicherweise direkte Schläge gegen europäische Lieferanten (Dänemark, Deutschland, Polen).
Sergej Karaganow und andere Berater Putins fordern bereits „Schläge gegen Europa“.
Gleichzeitig untergräbt die Aktion jede Vertrauensbasis für Verhandlungen unter Trump: Russland kann kein Einfrieren der Fronten akzeptieren, bei dem die Ukraine mit NATO-Langstreckenwaffen („made in Ukraine“) als Sicherheitsgarantie ausgestattet bleibt.
Ritters Fazit zur Ukraine: Die CIA und MI6 stecken „bis zum Hals“ drin. Das ist kein ukrainischer Alleingang, sondern ein britischer Masterplan „Keep Ukraine in the fight“, unterstützt von amerikanischer Aufklärung.
Iran: Politisch und logistisch schon fast unvermeidbar – militärisch hoch riskant
Der Hauptteil des Gesprächs widmet sich dem Iran.
Ritter sieht die USA in einer klassischen „point of no return“-Situation.
Logistische Zwänge
Die USA haben massive Luftverteidigungs- und Angriffsressourcen in die Region verlegt (THAAD und Patriot aus Südkorea und Guam, Flugzeuge, Treibstoff, Munition).
Diese Kräfte können nicht ewig gehalten werden – sie müssen irgendwann zurückverlegt werden.
Ähnlich wie 1990/91 (Golfkrieg) und 2003 (Irak) ist das System bereits so weit „vorgeschoben“, dass ein Abbruch logistisch extrem teuer und politisch schwer zu verkaufen wäre.
Militärische Einschätzung der Generäle
Ritter berichtet von internen Warnungen an Präsident Trump:
Regime-Change ist nicht realistisch erreichbar. Selbst wenn der Oberste Führer getötet würde, käme ein Jüngerer mit gleicher Ideologie nach.
Die iranischen Raketenkräfte können nicht vollständig unterdrückt werden – es drohen „leakers“, die Israel und US-Basen treffen.
Ein langer, blutiger Abnutzungskrieg wäre die Folge – genau das, was Trump angeblich vermeiden wollte.
Die Generäle warnen implizit vor politischen Kosten bei den Wahlen.
Die CIA-Perspektive – der gefährliche Gegenpol
Im Gegensatz zum Pentagon glaubt die CIA, dass der Zeitpunkt ideal ist:
Jahrzehntelange Rekrutierung in Studentenorganisationen, Revolutionsgarden und ethnischen Minderheiten (Baluch Liberation Army, Kurden).
Diese Gruppen sind angeblich bereit, mit Studentenprotesten Chaos zu schaffen und die Macht zu übernehmen.
Israel lieferte bereits im Juni 2025 unglaublich präzise Ziel- und Standortdaten der Revolutionsgarden.
Die CIA sieht ein „window of opportunity“ für einen schnellen Regime-Wechsel.
Trump zwischen den Stühlen
Trump wird massiv von Israel, Lindsey Graham, Mark Levin und der christlich-zionistischen Lobby (Mike Huckabee: „Es wäre in Ordnung, wenn Israel alles nimmt – vom Nil bis zum Euphrat“) unter Druck gesetzt.
Er hat Tulsi Gabbard öffentlich widersprochen, obwohl diese unter Eid aussagte, dass der US-Geheimdienst Iran kein aktives Atomwaffenprogramm attestiert.
Ritter sieht hier klaren Einfluss Netanjahus und israelischer Desinformation.
Wie würde der Angriff konkret aussehen?
Ritter skizziert ein Szenario, das an die Irak-Kriege erinnert, aber größer und riskanter:
Erste Phase – Luft- und Spezialeinsatzkräfte: Massive Luftkampagne zur Unterdrückung der ballistischen Raketen. Spezialeinheiten am Boden (wie 2003 im westlichen Irak) markieren Ziele und verhindern Massenstarts.
Decapitation Strikes: Versuch, die Führungsspitze (Ayatollah, Revolutionsgarde-Kommandeure) auszuschalten oder zur Flucht zu zwingen.
Unterdrückung der Sicherheitskräfte und Zeitkauf für innere Unruhen (Studentenproteste, bewaffnete Minderheiten).
Ziel: Nicht nur militärische Schwächung, sondern Schaffung eines Machtvakuums, das die CIA-gestützten Kräfte füllen sollen.
Ritter warnt: Das iranische Volk würde sich hinter der Regierung sammeln, nicht gegen sie. Ein langer, kostspieliger Krieg wäre die wahrscheinliche Folge.
Ritters persönliche Einschätzung
Der ehemalige UN-Waffeninspekteur glaubt nicht, dass Trump die nötige „intestinal fortitude“ (innere Stärke) besitzt, um gegen den Rat seiner eigenen Generäle und trotz massiver israelischer und neokonservativer Einflüsterungen einen Krieg zu starten.
Er hofft, dass Trump den „feigen Ausweg“ wählt – also keinen Angriff.
Gleichzeitig sieht er die enorme politische und logistische Dynamik, die in Richtung Krieg drängt. Die Entscheidung könnte „heute Nacht oder in einer Woche“ fallen.
Scott Ritter schließt mit einer klaren Botschaft:
Ein Angriff auf den Iran wäre kein chirurgischer Eingriff, sondern der Beginn eines unkontrollierbaren, möglicherweise jahrelangen Regionalkriegs mit katastrophalen Folgen für die gesamte Welt – und mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne das gewünschte Ergebnis „Regime-Change“.
Die Uhr tickt.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Donald Trump dem Druck der Falken nachgibt – oder ob die Warnungen seiner eigenen Militärs und die Realität auf dem Boden stärker sind.


