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Team eines renommierten deutschen akademischen medizinischen Zentrums findet Risikofaktoren für schwere Durchbruchinfektion bei Pfizer-geimpften Patienten

Team eines renommierten deutschen akademischen medizinischen Zentrums findet Risikofaktoren für schwere Durchbruchinfektion bei Pfizer-geimpften Patienten

Eine Gruppe von Forschern an der Universitätsmedizin Mannheim, die mit führenden deutschen akademischen medizinischen Zentren, einschließlich der Universität Heidelberg, verbunden ist, hat seit dem 13. Juli 2021 im Rahmen einer verlängerten Meldefrist, die in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist, COVID-19-Impfstoffdurchbrüche analysiert. In den ersten Wochen dieser Studie analysierte die Forschergruppe eine Gruppe von 67 hospitalisierten Patienten mit einer Durchbruchimpfung. Sie fanden heraus, dass mehrere Faktoren das Risiko für Durchbruchsinfektionen erhöhen.

Hintergrund

Mitte Juli 2021 hat das Bundesgesundheitsministerium eine Verordnung erlassen, die eine erweiterte Meldepflicht auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (IfSF) für hospitalisierte COVID-19-Patienten mit schwerer Durchbruchimpfung vorsieht. Das bedeutet, dass sie sich trotz eines vollständigen Impfschutzes schwer mit COVID-19 infiziert haben.

Da zu diesem Zeitpunkt die Delta-Variante im Umlauf war, kam es in ganz Deutschland zu einem Anstieg der Fälle, obwohl zu diesem Zeitpunkt 66,7 % aller Erwachsenen geimpft waren.

Fragestellung der Studie

Das Studienteam wollte besser verstehen, bei welchen Personen das Risiko einer schweren Durchbruchinfektion mit COVID-19 am größten ist.

Die Studie

Im Universitätsklinikum Mannheim werden alle Patientendatensätze von der Abteilung für Hygiene verwaltet. Während des Studienzeitraums organisierten die Forscher eine Untergruppe von Patienten mit Impfdurchbrüchen für die Untersuchung durch eine prospektive Analyse vom 13. Juli 2021 bis zum 6. September 2021. Das Studienteam klassifizierte Impfdurchbrüche gemäß dem nationalen Standard über das Robert-Koch-Institut für das öffentliche Gesundheitswesen in Deutschland. Das heißt, „ein Impfdurchbruch wurde definiert als eine durch PCR bestätigte SARS-CoV-2-Infektion mit klinischen Symptomen einer COVID-19-Erkrankung, die bei vollständig geimpften Personen auftrat, d. h. mindestens 14 Tage nach Abschluss einer Impfserie.“

Befunde

Das deutsche Team berichtet, dass neun von 67 Patienten oder 13,4 %, die wegen COVID-19 ins Krankenhaus kamen, zu diesem Zeitpunkt vollständig geimpft waren. Das Durchschnittsalter lag bei 75 Jahren. Außerdem berichten sie, dass fünf der geimpften Patienten intensivmedizinisch betreut werden mussten und zwei der geimpften Patienten leider verstorben sind.

Der Medianwert von 99 Tagen zwischen der vollständigen Impfung und dem Auftreten der Symptome zeigt die nachlassende Wirksamkeit des Impfstoffs, die bei mRNA-basierten Impfstoffen in diesem Sommer festgestellt wurde. Alle Patienten erhielten den mRNA-basierten Impfstoff von Pfizer-BioNTech mit der Bezeichnung BNT162b2.

Interessanterweise litten alle Patienten an drei oder mehr Komorbiditäten, während sechs Patienten (66,7 %) zum Zeitpunkt des Impfdurchbruchs negative Anti-SARS-CoV-2-Titer aufwiesen, während fünf der Patienten Anti-SARS-CoV-2-S-Titer < 100 U/ml hatten. Die Delta-Variante wurde bei allen Durchbruchsinfektionen identifiziert.

Schlussfolgerung

Das deutsche Team berichtet, dass eine Reihe von Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit eines Durchbruchs schwerer Infektionen erhöht, was bedeutet, dass das Risiko einer symptomatischen COVID-19-Erkrankung, eines Krankenhausaufenthalts und des Todes für bestimmte Personen trotz vollständiger Impfung mit einem mRNA-basierten Impfstoff höher bleibt.

So sind beispielsweise ältere Menschen stärker gefährdet, was auf der Grundlage anderer Studien nicht überrascht, aber auch bei kardiorespiratorischen Grunderkrankungen sowie bei der Delta-Variante von SARS-CoV-2.

Darüber hinaus können bestimmte Umwelt- oder Verhaltensbedingungen das Risiko erhöhen, von der Vermeidung des Tragens einer Gesichtsmaske bis hin zur fehlenden Immunisierung enger Kontaktpersonen, und auch Reisen in Hochrisikogebiete könnten Faktoren sein, die den „veränderbaren Verhaltensumständen“ zugerechnet werden.

Die Autoren der Studie schlagen vor, bei stärkeren Erregern wie Delta besondere Wachsamkeit walten zu lassen, angefangen von der konsequenten Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen über die Impfung enger Bezugspersonen bis hin zu einer stärkeren Sensibilisierung für die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit sowie einer COVID-19-Auffrischungsimpfung für Patienten der Hochrisikokategorie.
Korrespondierende Autorin

Bettina Lang, Medizinische Fakultät Mannheim, Abteilung für Hygiene, Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Mannheim