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US-Kriegsminister Pete Hegseth trifft am 5. November 2025 auf dem Capitol Hill zu einer vertraulichen Unterrichtung ein. Foto: Tom Brenner/Getty Images.

Terrorbekämpfung oder Luftkrieg gegen Dörfer? Wie die USA in Nigeria einen weiteren Krieg ohne Kontrolle führen

Während Washington von einem großen Sieg gegen den Terrorismus spricht, erzählen die Bewohner eines Dorfes im Nordosten Nigerias eine völlig andere Geschichte.

Nach Angaben des US-Afrika-Kommandos AFRICOM und der nigerianischen Armee wurden bei gemeinsamen Luftangriffen im Mai mehr als 175 Kämpfer des Islamischen Staates in Westafrika (ISWAP) getötet. Die Operation wurde von US-Behörden als Erfolg gefeiert, Donald Trump sprach von einer „fehlerfrei ausgeführten“ Mission. (AP News)

Doch in Metele, einem abgelegenen Dorf im Bundesstaat Borno, berichten Überlebende von etwas anderem: von zerstörten Wohnhäusern, verbrannten Familien und dutzenden zivilen Opfern. Nach Angaben des Dorfvorstehers wurden mindestens 27 Zivilisten getötet, darunter Frauen und Kinder. Ärzte in Maiduguri bestätigten gegenüber Journalisten die Behandlung zahlreicher Verletzter mit Verbrennungen, Splitterwunden und schweren Traumata.

Die Ereignisse werfen eine unangenehme Frage auf:

Wie oft werden Menschen unter dem Etikett „Terroristen“ getötet, ohne dass die Öffentlichkeit jemals erfährt, wer tatsächlich gestorben ist?

Washington veröffentlicht beeindruckende Zahlen. 175 Terroristen. Hochrangige Kommandeure. Ein strategischer Erfolg. Doch über die Namen der angeblich getöteten Kämpfer erfährt die Öffentlichkeit kaum etwas. Ebenso wenig über die Familien, deren Häuser in Schutt und Asche gelegt wurden.

Noch bemerkenswerter ist die Geschwindigkeit, mit der die USA ihre militärische Präsenz in Nigeria ausgebaut haben. Anfang des Jahres wurden amerikanische Truppen offiziell für Ausbildung und Beratung entsandt. Wenige Monate später beteiligen sich die Vereinigten Staaten bereits aktiv an Luftangriffen und militärischen Operationen.

Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall.

Bereits im Januar berichteten Untersuchungen über amerikanische Angriffe in Nigeria, bei denen Raketen in zivilen Gebieten einschlugen und Zweifel an den offiziellen Darstellungen aufkamen. Experten warnten damals vor mangelhafter Aufklärung, zweifelhaften Geheimdienstinformationen und fehlender Transparenz. (The Washington Post)

Gleichzeitig wächst die Zahl ziviler Opfer durch Luftangriffe in Nigeria dramatisch. Berichten zufolge wurden allein seit Jahresbeginn mehr als 250 Zivilisten bei militärischen Luftschlägen getötet. Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden vor, zivile Opfer regelmäßig als Kollateralschäden oder sogar als Unterstützer terroristischer Gruppen abzutun. (thetimes.com)

Der eigentliche Skandal liegt jedoch woanders.

Wenn amerikanische Bomben in einem afrikanischen Dorf einschlagen und Frauen und Kinder sterben, findet dies kaum internationale Beachtung. Es gibt keine Sondersitzungen westlicher Parlamente. Keine tagelangen Schlagzeilen. Keine Forderungen nach internationalen Untersuchungen.

Stattdessen dominieren Erfolgsmeldungen über eliminierte Terroristen die Berichterstattung.

Für die Bewohner von Metele sieht die Realität anders aus. Für sie bleiben die Erinnerungen an Explosionen, brennende Häuser und verzweifelte Familienmitglieder, die zwischen Trümmern nach ihren Angehörigen suchen.

Die USA begründen ihr Engagement mit dem Kampf gegen den Terrorismus und dem Schutz der Sicherheit. Doch je häufiger solche Berichte auftauchen, desto drängender wird die Frage, ob Washington aus den Fehlern seiner vergangenen Kriege überhaupt etwas gelernt hat.

Von Afghanistan über Irak bis nach Libyen lautete das Versprechen stets, Terrorismus zu bekämpfen und Stabilität zu schaffen. Zurück blieben oft zerstörte Regionen, zivile Opfer und neue Konflikte.

Nun scheint sich dieses Muster erneut auf dem afrikanischen Kontinent zu wiederholen.