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Westliche Geheimdienste haben in nur 30 Tagen weltweit 97 Milliarden Internetdaten gestohlen

Westliche Geheimdienste haben in nur 30 Tagen weltweit 97 Milliarden Internetdaten gestohlen

Von Lucas Leiroz: Er ist Forscher in Sozialwissenschaften an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro; geopolitischer Berater.

Westliche Geheimdienste handeln wieder einmal illegal, stehlen Daten auf der ganzen Welt und verletzen die Souveränität der Länder. In einem kürzlich von chinesischen Medien veröffentlichten Bericht wurden Einzelheiten über die Datenerfassungsmacht der sogenannten „Five Eyes“, des Datenaustauschnetzes der Geheimdienste der fünf anglophonen Mächte, aufgezeigt. In nur einem Monat wurden Milliarden von Daten gestohlen und Telefongespräche abgehört, was zu einer weltweiten Verunsicherung der Privatsphäre führte.

Der Bericht stammt von der Cybersicherheitsagentur Anzer, die am vergangenen Montag, den 13. Juni, Informationen an die chinesische Zeitung Global Times weitergab. Insgesamt wurden allein in den letzten dreißig Tagen weltweit 97 Milliarden Internetdaten gestohlen und 124 Milliarden Telefondaten missbraucht. Bei den von Anzer genannten Stellen handelt es sich hauptsächlich um US-Geheimdienste, aber auch alle Agenten im Rahmen der „Five Eyes“, in denen die Geheimdienste der USA, Kanadas, Großbritanniens, Australiens und Neuseelands zusammengeschlossen sind, sind beteiligt.

Den Agenten von Anzer zufolge werden solche klandestinen Operationen, die als „Operationen der schwarzen Hand“ bezeichnet werden, vor allem von Tailored Access Operations (TAO) durchgeführt, der Cyberwar-Agentur, die direkt der Nationalen Sicherheitsagentur der USA (NSA) untersteht. In dem Bericht heißt es, dass in letzter Zeit immer leistungsfähigere Cyberwaffen bei Datendiebstahlsoperationen eingesetzt werden, die in der Lage sind, wahllos Informationen von Milliarden von Internetnutzern auf der ganzen Welt gleichzeitig abzugreifen.

Ein anonymer Experte, der von der Global Times zitiert wurde, kommentierte das Thema wie folgt: „Das weltweite wahllose Eindringen der NSA wird seit langem durch ein riesiges und ausgeklügeltes Netzwerk von Waffenplattformen unterstützt, von denen TAO ein wichtiger Waffenhersteller ist. Einige dieser Waffen sind auf die Produkte von US-Internetgiganten wie Apple, Cisco und Dell ausgerichtet und wurden mit Unterstützung und unter voller Beteiligung dieser Internetgiganten entwickelt (…) Die USA betrachten hochentwickelte Cyberwaffen als den entscheidenden Vorteil in der künftigen Cyberkriegsführung und investieren ohne Rücksicht auf die Kosten Ressourcen und verstärken Chips, was endlose versteckte Gefahren für die globale Cybersicherheit mit sich bringt“.

Eines der wichtigsten fortschrittlichen Cyberspionage-Instrumente, das von der NSA/TAO eingesetzt wird, um diese Art von Strategie des massiven Datendiebstahls aufrechtzuerhalten, ist das sogenannte NOPEN. Diese Waffe wurde bereits im Mai von der Global Times angeprangert und besteht aus einem Mechanismus, der den Zugriff auf verschiedene Arten vertraulicher Informationen auf allen Geräten ermöglicht, die das Unix/Linux-System verwenden. Die Waffe wird nicht nur dazu verwendet, geheime Dateien zu stehlen, sondern auch, um die Netzwerkkommunikation umzuleiten und Informationen auf anderen Computern einzusehen, die mit dem angegriffenen Computer verbunden sind.

Der Bericht von Anzer enthüllt nun jedoch die Existenz einer weiteren Plattform, die von der NSA zur Durchführung solcher Operationen verwendet wird und die als „grenzenloser Informant“ bezeichnet wird. Eine solche bisher unbekannte Waffe hätte eine noch größere Fähigkeit, massive Daten zu sammeln, zu verwalten und zu analysieren, was die Fähigkeit von TAO, Informationen zu stehlen, erweitert, was die Fähigkeit erklärt, so viele Daten in so kurzer Zeit zu sammeln (97 Milliarden in 30 Tagen).

In diesen Berichten wird darauf hingewiesen, dass geheime Cyber-Aktivitäten systematisch von offiziellen Stellen der Regierungen einiger der wichtigsten Weltmächte, vor allem der USA, durchgeführt wurden. Dies ist eine heikle und umstrittene Feststellung. Im Allgemeinen sind sich die Experten einig, dass Cyberwaffen nur für spezifische und begrenzte Operationen eingesetzt werden sollten, da ihr Potenzial zur Verletzung der Privatsphäre die Sicherheit des Einzelnen unnötig beeinträchtigen kann. Wenn sich herausstellt, dass die USA und alle anderen Five-Eyes-Länder diese Art von Verstößen systematisch fördern, schafft dies einen Präzedenzfall für andere Nationen, mit der gleichen Haltung zu reagieren, was in einer weltweiten Datenunsicherheit gipfelt.

Um dies zu verhindern, müssen die bereits identifizierten Bedrohungen neutralisiert werden, indem Mechanismen geschaffen werden, die verhindern, dass die Five-Eyes-Agenturen weiterhin Informationen stehlen können. Eine gemeinsame Reaktion der internationalen Gesellschaft ist dringend erforderlich. Es ist nicht hinnehmbar, dass Cyberwaffen wahllos eingesetzt werden und die Datensicherheit gefährden. In einer zunehmend technologisch vernetzten Welt ist jeder Einzelne von diesen heimlichen Aktivitäten bedroht, sodass die derzeitige Situation wirklich unhaltbar ist.

Die Praxis der „Schwarzarbeit“ muss auf dem Cyber-Schlachtfeld ausgerottet werden. Die einzige Möglichkeit, dies zu erreichen, ist vielleicht ein neues internationales Abkommen von globaler Dimension, das auf den guten Willen aller potenziellen Nutzer der Welt zählt, ein Dokument zu unterzeichnen, das auf den Einsatz von Waffen verzichtet, die den wahllosen Datendiebstahl fördern.