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Wie eine Intensivmedizinerin die Krise erlebte

Wie eine Intensivmedizinerin die Krise erlebte

Als Anästhesistin und Intensivmedizinerin habe ich jahrelange Erfahrung in meinem Beruf. Ich durfte enorm viele Narkosen bei Operationen durchführen, bin viele Jahre als Notärztin durch die Lande gefahren, um Menschen zu helfen und habe in vielen Dienststunden Schwerstkranke auf der Intensivstation begleitet, konnte zum Teil auch an ihrer Heilung Teil haben. 

Medizinische Kenntnisse vergessen? 

Im März letzten Jahres hielt ich eine Therapieempfehlung bezüglich Lungenversagens in meinen Händen, die von Kollegen in Norditalien erstellt wurde. Damals dachte ich mir, was denn los sei, dass wir plötzlich alle unsere medizinischen Kenntnisse vergessen sowie Menschen auf so altmodische wie überholte – um nicht zu sagen obsolete – Art und Weise behandeln. In meinem Beruf gehört die Behandlung eines Lungenversagens zum „Grundrüstwerk“. Lungenversagen gibt es aus verschiedenen Gründen, meistens handelt es sich um eine Infektion der Lungen, kurz gesagt um eine Pneumonie.

Schon im Studium haben wir gelernt, dass eine durch Bakterien ausgelöste Pneumonie relativ gut heilbar ist, dagegen eine aufgrund einer Virusinfektion entstandene viel schlechter behandelt werden kann. Pilzinfektionen gelten als sehr schwer bis kaum heilbar, sobald die Lungen massiv betroffen sind. 

Die oben genannten Therapieempfehlungen, die kurz darauf im Lancet, einem der wichtigsten medizinischen Fachzeitschriften, publiziert wurden, waren mehr als irritierend