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Zensur bei Amazon: Bestseller über Migrationskrise verschwindet – Konzern spricht von „Fehler“ – doch wer wirklich dahintersteckt

Nach einem Artikel im New York Magazine sperrt der Online-Riese die Taschenbuchausgabe von „The Camp of the Saints“ – und löst einen Sturm der Empörung aus. Amazon spricht von einem „Fehler“.

Es ist ein Roman, der seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird: „The Camp of the Saints“ von Jean Raspail aus dem Jahr 1973 zeichnet das düstere Szenario einer westlichen Zivilisation, die durch eine unkontrollierte Masseneinwanderung aus der Dritten Welt untergeht. Nun geriet das Buch erneut ins Fadenkreuz – diesmal nicht wegen seines Inhalts, sondern weil der größte Buchhändler der Welt es kurzerhand aus dem Sortiment nahm.

Am 17. April entfernte Amazon die Taschenbuchausgabe des Klassikers von seiner US-Plattform. Die Begründung: Verstoß gegen die Richtlinien zu „anstößigen Inhalten“. Welche Passagen genau problematisch sein sollen, teilte der Konzern dem Verlag Vauban Books nicht mit. Andere Formate – Kindle, Hörbuch, gebundene Ausgaben – blieben zunächst verfügbar, wurden später aber ebenfalls vorübergehend gesperrt.

Ein Artikel als Auslöser?

Der Zeitpunkt der Sperrung fällt auf: Nur kurz zuvor hatte das New York Magazine einen Artikel veröffentlicht, der Raspails Werk in einen kritischen Kontext zur aktuellen US-Einwanderungspolitik rückte. Vauban Books vermutet einen Zusammenhang – und damit externe Einflussnahme auf den Handelsriesen.

Amazon schweigt zu den Vorwürfen. Nachdem der Fall öffentlich wurde und ein massiver Aufschrei durch soziale Netzwerke und Medien ging, machte der Konzern die Taschenbuchausgabe wieder verfügbar. Die Begründung: ein „Fehler“. Eine Entschuldigung oder nähere Erklärung blieb aus.

Zensur oder Panne?

Die Empörung ist verständlich: Mit einem Marktanteil von über 50 Prozent im US-Buchhandel kontrolliert Amazon faktisch, was Millionen Amerikaner lesen können. Die Entfernung eines Titels kommt einem De-facto-Verbot gleich – zumindest für jene, die nicht auf lokale Buchhandlungen ausweichen können.

Kritiker sprechen von Zensur und warnen vor einer marktbeherrschenden Macht, die nach politischen oder ideologischen Kriterien filtert. Befürworter der Sperrung argumentieren, dass das Buch rassistische Ressentiments schüre. Wieder andere betonen: Gerade bei kontroversen Werken sei es wichtig, dass sie verfügbar bleiben – damit sich Leser selbst ein Urteil bilden können.

Was bleibt?

Die Affäre um „The Camp of the Saints“ ist kein Einzelfall. Immer wieder geraten Bücher bei Amazon in die Zensurmühle – mal wegen angeblicher Hassrede, mal wegen fragwürdiger Inhalte. Meist kehren sie still und heimlich zurück, ohne große Erklärung.

Diesmal aber war der Aufschrei so laut, dass Amazon nicht umhinkam zu reagieren. Die Frage bleibt: Hätte das Buch ohne öffentlichen Druck jemals den Weg zurück ins Regal gefunden?

Unsere Stellungnahme zur Wiederherstellung der Auflistung unserer Ausgabe von „The Camp of the Saints“ durch Amazon: