Hans-Jürgen Geese
Der griechische Philosoph Sokrates (384 bis 322 BC) unterschied in seinem Werk „Die Politik“ zwischen sechs Herrschaftsformen. Diese teilte er in zwei Gruppen von je drei guten und drei schlechten Formen ein. Die guten: Monarchie, Aristokratie, Republik. Die schlechten: Tyrannei, Oligarchie, Demokratie.
Der weise Sokrates wird sich bei seiner negativen Bewertung der Demokratie nicht nur was gedacht haben. Denn er wusste außerdem intensivst wahrlich wovon er sprach. Aus Erfahrung. Lebte er doch in einer Zeit von angeblicher Demokratie. So wie Sie und ich heute in einer Zeit von angeblicher Demokratie leben. Sokrates und Sie und ich, wir können also aus der Praxis plaudern.
Bis noch vor kurzer Zeit konnte man der Demokratie sicherlich zumindest einen guten Ruf zusprechen. Das hat sich allerdings geändert. Die Manipulationen sind allzu offensichtlich geworden. Trotzdem behaupten unsere Politiker nach wie vor, dass Demokratie das Beste aller möglichen Herrschaftssysteme darstelle. Trotz Sokrates. Trotz unser aller Lebenserfahrungen. Die sogenannte Demokratie lebt weiter nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“ Wie ungeniert kann


