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Chinesisch-russische Militärübungen zeigen gemeinsame Front gegen die USA

Chinesisch-russische Militärübungen zeigen gemeinsame Front gegen die USA

Die wachsende militärische Zusammenarbeit ist die natürliche Folge davon, dass die USA ihre Verbündeten gegen beide Länder aufbringen

Gemeinsame Militärübungen zwischen der chinesischen und der russischen Armee, die im Nordwesten Chinas abgehalten wurden, sind am Freitag zu Ende gegangen. Die Übungen demonstrierten die sich vertiefende Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, die zunehmend unter dem Druck der Vereinigten Staaten von Amerika stehen.

Insgesamt nahmen 10.000 russische und chinesische Soldaten an den Übungen teil. Die South China Morning Post berichtet, dass die beiden Militärs zum ersten Mal ein gemeinsames Kommando- und Kontrollsystem einsetzten. Die russischen Truppen wurden in chinesische Verbände integriert und führten von der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) geplante Operationen durch. Ebenfalls zum ersten Mal setzten russische Soldaten chinesische Ausrüstung ein.

„Wir haben ein hohes Maß an Interaktion zwischen unseren Streitkräften zu Lande, in der Luft und auf See erreicht“, sagte der russische Verteidigungsminister Schoigu in einer Erklärung zu den Übungen. „Diese Steigerung ist ein wichtiger Trend in Richtung weiterer Aktivitäten.“

Russland und China haben 2005 erstmals gemeinsame Militärübungen abgehalten. Die Zusammenarbeit hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, da die USA ihre militärischen Aktivitäten in der Nähe von Russland und China im Rahmen der Verlagerung des Schwerpunkts Washingtons auf den so genannten „Großmacht-Wettbewerb“ ausweiten.

Ein russischer Militärspezialist erklärte gegenüber der Washington Post, dass die Übungen darauf abzielen, einen „Krieg mit hoher Intensität gegen eine Großmacht“ wie die USA zu führen. „Der Grad des Vertrauens scheint sehr hoch zu sein. Gegenwärtig scheint der Zugang, den die Russen den Chinesen gewähren, ähnlich oder sogar höher zu sein als derjenige, den sie den engsten Verbündeten unter den ehemaligen Sowjetrepubliken wie Weißrussland und Kasachstan gewähren“, so Wassili Kaschin von der Higher School of Economics in Moskau.

Neben dem Druck der Vereinigten Staaten von Amerika gerät China nun auch ins Visier der europäischen Mächte. Die NATO hat China als Bedrohung für das Bündnis eingestuft, und Länder wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland entsenden Kriegsschiffe in das sensible Südchinesische Meer.

Für jeden unbedarften Beobachter ist die verstärkte militärische Zusammenarbeit zwischen China und Russland das offensichtliche Ergebnis der Tatsache, dass die USA ihre Verbündeten gegen die beiden Länder aufhetzen. Die Falken in Washington zeigen sich überrascht von der zunehmenden Annäherung und werden sie zweifellos nutzen, um eine weitere militärische Expansion zu rechtfertigen.