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Israel, globale Machtverschiebung und die Rolle der USA: Ein Gespräch mit Colonel Douglas Macgregor

Am 18. September 2025 sprach Colonel Douglas Macgregor im Podcast „Judging Freedom“ mit Richter Andrew Napolitano über die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, die globale Machtverschiebung nach Asien und die problematische Außenpolitik der USA. Das Gespräch beleuchtet brisante Themen wie die Unterstützung Israels durch die USA, die wirtschaftliche und strategische Stärke Chinas und Indiens sowie die eskalierende Lage in der Ukraine. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Israel und die Rolle der US-Politik

Colonel Macgregor äußerte scharfe Kritik an der anhaltenden Unterstützung der USA für Israels militärische Aktionen, insbesondere im Hinblick auf die Angriffe auf Zivilisten in Gaza. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Vereinten Nationen, den Macgregor zitiert, beschreibt detailliert die „barbarischen Akte“ der israelischen Streitkräfte (IDF) und den Einsatz von Hungersnot als Mittel zur Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung. Er stellt die rhetorische Frage, warum keine internationale Kraft eingreift, um diesen „Holocaust“ zu stoppen, und verweist auf die historische Erfahrung, dass Gerechtigkeit oft verzögert, aber letztlich doch eintreten könnte.

Macgregor sieht die Entscheidungen der US-Regierung stark durch die Israel-Lobby beeinflusst. Er behauptet, dass Premierminister Benjamin Netanyahu de facto die Kontrolle über die US-Außen- und Verteidigungspolitik in dieser Region habe. Die Unterstützung der USA für Angriffe auf verbündete Staaten wie Katar, die durch Luftbetankung durch Großbritannien und logistische Hilfe der USA ermöglicht wurden, zeigt laut Macgregor die problematische Einflussnahme dieser Lobby. Er sieht keine moralische oder strategische Rechtfertigung für diese Politik und warnt, dass die fragile wirtschaftliche Lage in den USA und Europa die Fortsetzung solcher Aktionen bald unmöglich machen könnte.

Globale Machtverschiebung: Der Aufstieg des Ostens

Ein zentrales Thema des Gesprächs war Macgregors Analyse, dass sich Reichtum und Macht zunehmend nach Asien verlagern. China und Indien haben laut Macgregor nicht nur wirtschaftlich, sondern auch technologisch und in ihrer Art des Wirtschaftens die USA in vielerlei Hinsicht überholt. Insbesondere die Kaufkraftparität (PPP) dieser Länder sei doppelt so hoch wie die der USA, was ein klareres Bild der wirtschaftlichen Stärke vermittle als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Indien, obwohl weniger entwickelt als China, verfüge über eine riesige Produktionsbasis und eine qualifizierte Arbeitsbevölkerung, was es zu einer aufstrebenden Macht mache.

Macgregor kritisiert die US-Politik, die Verbündete wie Indien durch Strafzölle bestraft, weil diese weiterhin Öl und Gas aus Russland beziehen. Diese Entscheidung, die allein vom US-Präsidenten getroffen wurde, könnte schwerwiegende Folgen haben, etwa die Stornierung eines 35-Milliarden-Dollar-Deals für Boeing-Flugzeuge durch Indien, was Tausende Arbeitsplätze in den USA gefährdet. Solche Maßnahmen untergraben das Vertrauen in die USA als verlässlichen Handelspartner und treiben Länder wie Indien in die Arme Chinas und anderer asiatischer Staaten.

Die BRICS-Staaten entwickeln zudem parallele Institutionen wie ein eigenes Zahlungssystem, das dem westlichen SWIFT-System Konkurrenz macht. Diese Entwicklungen signalisieren einen Rückgang des westlichen Einflusses und eine Neuorientierung globaler Lieferketten nach Asien, Lateinamerika und Afrika.

Ukraine: Ein verlorener Krieg

Zur Lage in der Ukraine äußerte Macgregor, dass der Konflikt praktisch verloren sei. Die ukrainischen Streitkräfte erleiden massive Verluste – Schätzungen sprechen von 1,7 bis 1,8 Millionen getöteten oder verwundeten Soldaten. Russland hingegen verfolge eine Strategie der Zurückhaltung, um eine direkte Konfrontation mit der NATO zu vermeiden. Macgregor widerlegt die Behauptungen von US-Militärs wie General Kellogg, der behauptet, Russland verliere den Krieg. Solche Aussagen seien Propaganda, um die Wahrheit zu verschleiern: Russland mache stetige Fortschritte, während die Ukraine wirtschaftlich und militärisch am Ende sei.

Er kritisiert die Korruption in der Ukraine, insbesondere die Bereicherung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, der über ein Vermögen von geschätzten 1,1 Milliarden Dollar und Luxusimmobilien weltweit verfüge. Macgregor fordert, dass diese Gelder den Opfern des Krieges zugutekommen sollten, sieht jedoch keine Aussicht auf Veränderung.

US-Militär: Schwächen und Fehlprioritäten

Macgregor warnt vor der Schwäche der US-Militärkapazitäten. Die Arsenale der USA seien im Vergleich zu Russland und China erschöpft, und es fehle an Produktionskapazitäten, um im Falle eines größeren Konflikts nachzulegen. Die USA seien sieben bis acht Jahre hinter ihren geopolitischen Rivalen zurück, was durch die jahrelange Verschwendung von Ressourcen in „gescheiterten Interventionen“ verschärft wurde. Er plädiert für eine Reduzierung der militärischen Verpflichtungen und eine stärkere Investition in die heimische Wirtschaft und Infrastruktur.

Ausblick: Diskussion am 4. Oktober

Macgregor und Napolitano kündigten eine Veranstaltung am 4. Oktober an, bei der Themen wie die globale Wirtschaft, die Außenpolitik der USA, Meinungsfreiheit und innere Sicherheit diskutiert werden sollen. Insbesondere die jüngsten Äußerungen von Justizministerin Pam Bondi zur Verfolgung von „Hassrede“ wurden kritisch hinterfragt. Macgregor und Napolitano sehen darin einen Angriff auf die Meinungsfreiheit, die durch den Ersten Verfassungszusatz geschützt ist.

Fazit

Colonel Macgregor zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen US-Politik: Die Unterstützung für Israels umstrittene Aktionen, die Bestrafung von Verbündeten wie Indien und die fortgesetzte Finanzierung eines aussichtslosen Krieges in der Ukraine untergraben die globale Stellung der USA. Gleichzeitig verschiebt sich das Zentrum von Reichtum und Macht nach Asien, während die USA ihre militärischen und wirtschaftlichen Schwächen ignorieren. Macgregor fordert eine Neuausrichtung der Prioritäten, um die Prosperität und Sicherheit der USA zu gewährleisten, bevor es zu spät ist.