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Wenn das, was man für sein Leben gern macht, zum täglichen Albtraum wird, bleibt einem keine Wahl — man muss aussteigen. Ein Lehrer berichtet
Evgeny Atamanenko/Shutterstock.com

Wenn das, was man für sein Leben gern macht, zum täglichen Albtraum wird, bleibt einem keine Wahl — man muss aussteigen. Ein Lehrer berichtet

Lehrkräfte machen in der neuen Normalität eine enorme Belastungsprobe durch. Jene Lehrerinnen und Lehrer, die nicht in der Angsthypnose gefangen, sondern noch bei klaren Verstand sind, befinden sich in einer Zwickmühle. Entweder die Anordnungen von oben befolgen und damit gegen das eigene Gewissen handeln. Oder aber den eigenen Werten treu bleiben und damit alles über Bord werfen, worauf man sein halbes Leben lang hingearbeitet hat. Viele der Pädagogen, die sich morgen noch im Spiegel ansehen können wollen, fassen den Entschluss „Ich mach da nicht mit! Ohne mich!“

von anonym

„Ich wünsche dir ein gerades Leben“, sagte mir meine Großmutter wenige Tage vor ihrem Tod, als ich die fünf Stunden aus der Großstadt in die Heimat gefahren war und ahnte, dass ich sie zum letzten Mal sehen würde. Es sind Worte, die mich auf immer begleiten werden, wohl auch, weil sie so kryptisch klingen. Ebenso wie die tiefe Dankbarkeit, dass ich mich noch einmal von ihr verabschieden durfte. Meine Großmutter hat mich geprägt, meine Anschauungen, meine Überzeugungen, wuchs ich doch als kleines Kind in der Küche des Bauernhofes auf, wo sie sich um mich kümmerte, während meine Eltern arbeiteten.

Es mag seltsam erscheinen, einen Text über den Abschied aus dem Schulwesen mit einer solchen Erinnerung zu beginnen. Doch in den vergangenen Monaten musste ich oft an die Worte meiner