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Wir brauchen wieder Friedensliteratur

Peter Haisenko

Der Roman „Im Westen nichts Neues“ (1928) von Erich Maria Remarque wurde zu einem Weltbestseller. Er ist ein fulminanter Appell gegen den Wahnsinn des Kriegs und so natürlich für Frieden. Aber er wird nicht mehr gelesen. Auch aus den Lehrplänen der Schulen ist er entfernt worden. Wen wundert es da noch, dass in der BRD Politiker ungestraft sagen dürfen, Deutschland muss wieder kriegstauglich werden.

Erinnern Sie sich noch an den Spruch „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“? Ja, das war vor 50 Jahren. Die Gräuel des Vietnamkriegs waren präsent und das massenhafte undifferenzierte Morden des US-Militärs dort führten zu Massendemonstrationen gegen diesen und Krieg im Allgemeinen. Auch „lieber rot als tot“ wurde skandiert. Zu dieser Zeit war auch noch „1984“, „Schöne neue Welt“ und „Konferenz der Tiere“ in den Schulen Pflichtliteratur. Werke von Kafka wie „Der Prozeß“ sind nicht mehr „in“, obwohl oder besser weil Kafka damals schon beschreibt, wie die Justiz Menschen das Leben zur Hölle machen kann. Denken wir da aktuell an Elsässer und das Compact-Magazin. Alle diese Werke sind gerade heute brandaktuell, aber genau deswegen ins Abseits gestellt.