Pepe Escobar
Die EU/NATO-Kombination kann nur die Rolle jämmerlicher, kläffender Chihuahuas spielen. Das ist der Preis, den man für eine Matroschka höchster Dummheit bezahlt.
Noch niemand hat jemals Geld verloren, wenn er auf die politisch-suizidalen Instinkte des post-orwellschen EU — jenes Akronyms für ein virtuelles Europa — gewettet hat.
Nenn sie kindliche bipolare Psychos oder eine Horde kläffender Chihuahuas: Keine jupiterische oder merkuralische Stimme der Vernunft war in der Lage, der „Führung“ in Brüssel und ihren Vasallen in den meisten europäischen Hauptstädten — ja, es gibt gesunde Ausnahmen — klarzumachen, dass Verlierer von Kriegen keine Bedingungen diktieren.
Und doch bestehen diese Leuchterscheinungen des Kriegsrats — mit einer besonderen Hauptrolle für die toxische Pfizer-Medusa und ihre estnische Sidekick, die nicht einmal in der Lage wäre, einen Heringsstand im Baltikum zu führen — darauf, dass die megakorrupten Banden in Kiew im Wesentlichen siegen müssen, bis zum letzten toten Ukrainer, und obendrauf noch die Endbedingungen ihrer Nicht-Kapituation diktieren.
Die Realität sieht anders aus. Plan A war niemals mit Russland zu reden, geschweige denn zu verhandeln. Und immer noch gibt es keinen Plan B.
Nach dem 28-Punkte-Theater des Absurden — das nicht einmal Trumps Plan ist, sondern ein zusammengemischtes Gebräu des Witkoff-Dmitriev-Duos plus „Einblicke“ von Neocon Rubio und dem toxischen zionistischen Asset Jared Kushner — wurde das Gegen-Gekläffe ballistisch, was zu einem eiligen „Gegenplan“ führte, der nichts anderes ist als ein Manifest der Verlierer.
Selbst Rubio gönnte sich einen glänzenden Moment: „Welcher Plan?“ Man könnte ihn genauso gut den Euro-Kuss des Todes nennen.
Russland verhält sich derweil wie Lao-Tse, umgeben von tollwütigen Straßenhunden. Die Bedingungen für Verhandlungen wurden von Putin seit Juni 2024 im Detail festgelegt. Diese sind nicht verhandelbar und würden Verhandlungen erlauben: Kiew zieht sich aus den vier Regionen zurück und verpflichtet sich formell, niemals der NATO beizutreten.
Einer der EU-„Gegenplan“-Punkte ist ein 30-Tage-Waffenstillstand, mit Debatten über Territorien danach. Das bedeutet: alles eingefroren auf der aktuellen Frontlinie, und kein ukrainischer Rückzug aus den Teilen des Donbass, die sie noch halten.
Nichts davon — und mehr — ist auch nur entfernt akzeptabel für den tatsächlichen Sieger des Krieges, Russland. Es wäre nicht akzeptabel, selbst wenn NATO-Truppen morgen in Moskau einmarschieren würden.
Der „Gegenplan“, gemeinsam mit der unvorstellbar korrupten Kiew-Kombo ausgearbeitet, ist im Wesentlichen ein Sabotage-Manöver, um Zeit zu kaufen und etwa 6 Billionen Dollar in — amerikanische — Waffen zu pumpen, für den offen erklärten Forever-War. Moskau ist das recht — die SMO (Spezial-Militär-Operation) rollt als Donner weiter.
Verlierer bombardieren einen Friedensplan
Der 24-Punkte-Gegenplan der EU enthält Schmankerl wie rechtsverbindliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine durch das Imperium des Chaos und seine Vasallen: ein de-facto-NATO-Artikel-5-Trick mit anderer Terminologie.
Plus: keine Einschränkungen für ukrainisches Militär und Rüstungsindustrie; Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporoshje (mit dem Imperium des Chaos im Paket) und den Kachowka-Damm; ungehinderter Zugang zum Dnjepr und Kontrolle der Kinburn-Nehrung.
Und der Killer: Die Ukraine soll „finanziell entschädigt“ werden — eingeschlossen durch die bisher gestohlenen russischen Staatsvermögen, die gestohlen bleiben sollen, bis Moskau „Entschädigungen zahlt“.
Zu Sanktionen heißt es, sie dürften — operative Vokabel — teilweise — operative Vokabel — gelockert werden erst nach einem „nachhaltigen Frieden“, mit sofortiger Rückkehr, wenn der Deal verletzt wird. Übersetzung: Der Westen kann Russland jederzeit wieder sanktionieren. Kein Wort über Provokationen von EU/NATO mittels Ukraine — genau das Setup, das zur SMO führte.
Was der „Gegenplan“ also fordert — offensichtlich redigiert von Eurokraten, die nicht einmal eine Pistole richtig abfeuern können — ist eine Kopie exakt des Bauplans, der zum Schlachtfeld vom Februar 2022 führte.
Russland spielt erneut mit grenzenloser Geduld. Der Trump-Plan, der nicht wirklich Trumps Plan ist, wird diplomatisch als „gute Grundlage“ für weiterführende ernsthafte Verhandlungen betrachtet — wobei die bellende Menge keinen Zugang zum Tisch erhält. Das war‘s — bestenfalls.
Russland genießt eine Reihe überlappender asymmetrischer Vorteile auf dem Schlachtfeld: systemische und taktische Anpassung; enorme Überlegenheit in der Drohnenführung (FPV-Drohnen mit Glasfaser); Einsatz von Langstrecken-Gleitbomben.
Der Chihuahua-„Gegenplan“ verlangt de facto einen eingefrorenen Krieg; eine remilitarisierte Ukraine; ein remilitarisiertes NATO; und letztlich einen ewigen Forever-War gegen Russland. Er hat bereits — metaphorisch — den ursprünglichen Trump-Plan bombardiert, der nicht wirklich Trumps ist.
Der metaphysische Abgrund der EU-„Eliten“
Emmanuel Todd, in seinem bahnbrechenden The Defeat of the West, Anfang letzten Jahres in Frankreich veröffentlicht, war der erste europäische Analyst, der tief in das EU-Malaise eindrang — flankiert von seiner umfassenden Analyse des Stellvertreterkrieges in der Ukraine.
Kürzlich, in einem hervorragenden Vortrag in Hiroshima, zog Todd eine erstaunliche Verbindung zwischen Russophobie und Protestantismus. Einige Passagen verdienen lange Zitate:
„Was wir kürzlich in Europa gesehen haben, ist eine spezifisch europäische Russophobie, ein spezifisch europäischer Kriegswahn, konzentriert auf Nordeuropa, auf das protestantische Europa. Protestantisches Europa ist das Vereinigte Königreich, es ist die Mehrheit Deutschlands, es ist Skandinavien, es sind zwei von drei baltischen Staaten.“
Zur gleichen Zeit beobachtete Todd, dass „Spanien, Italien, katholische Länder im Allgemeinen weder russophob noch kriegsfreudig sind.“
Todd argumentiert, dass Protestantismus „im Nullzustand gefährlicher ist als Katholizismus“:
„Protestantismus ist eher in der Lage, eine nihilistische Gesellschaft zu hinterlassen. Protestantismus — und dasselbe gilt für das Judentum — war eine sehr anspruchsvolle Religion. Es gab Gott, es gab den Gläubigen, und die Welt war zweitrangig. Die Schönheit der Welt wurde zurückgewiesen — einschließlich der Ablehnung von Bildern, der Ablehnung visueller Kunst. Wenn solche Religionen, besessen von Transzendenz, verschwinden, bleibt nichts. Die Welt selbst ist uninteressant, leer. Dieses intensive Vakuum öffnet die Möglichkeit zum Nihilismus. Katholizismus ist eine weniger anspruchsvolle, humanere Religion, die akzeptieren kann, dass die Welt an sich schön ist. Bilder wurden nicht abgelehnt, und die katholische Welt ist voller Kunstwunder. Verliert man in einem katholischen Land Gott, bleibt noch das Empfinden dieser Schönheit der Welt. Wenn du Franzose bist, hast du immer noch das Gefühl, — eine Illusion vielleicht — im schönsten Land der Welt zu leben.“
Gut, es ist etwas nuancierter. Was ist mit den — bösartigen — Kreuzzügen oder der spanischen Inquisition? Deutschland wurde durch eine massive PR-Kampagne in Russophobie gedrängt, anders als die baltischen Chihuahuas. Der Großteil des protestantischen Europas ist atheistisch — und der nächste Schritt nach Atheismus ist Nihilismus. Rumänien ist überwiegend orthodox — wo Russland-Hass wie ein Nationalsport ist. Und Protestantismus war im Wesentlichen das Christentum turbo-aufgeladen für das Zeitalter des Kapitals. Der Hauptkonflikt ist daher westlicher Turbo-Neoliberalismus vs. christlich-orthodoxes Russland.
Zurück zum Wesentlichen. Jeder mit einem IQ über Raumtemperatur weiß, dass das NATO-Regime in Kiew auf Diebstahl und Plünderung läuft. Die Lichter sind jetzt aus. Heizung ist weitgehend aus. Die Armee kollabiert stetig entlang der 1.200+ km Front.
Doch die EU-Eliten — der Apparat in Brüssel folgt nur Befehlen — haben rücksichtslos in den (in ihren Träumen) unausweichlichen Zusammenbruch und die Plünderung Russlands investiert. Deshalb gab es nie Plan B.
Wenn die EU jetzt einknickt, wenn sie zugibt, dass sie die irreparablen Verlierer dieses absurden Abenteuers ist, wird der wirtschaftliche Zusammenbruch episch sein. Die EU/NATO-Combo kann nicht anders, als den Part jämmerlicher kläffender Chihuahuas zu spielen. Das ist der Preis, den man bezahlt für eine Matroschka höchster Dummheit: eine Supermacht zu provozieren und zu bedrohen, die über das fortschrittlichste nukleare und hypersonische Arsenal des Planeten verfügt. Der derzeitige „Sieg“ besteht darin, Trumps ohnehin wackligen „Friedensplan“ zu bombardieren.
So viel Horror, so wenig Zeit. Lassen wir zum Schluss Todd das letzte Wort:
„Wenn du Italiener bist, lebst du tatsächlich in dem Land der Welt, in dem es die meisten schönen Dinge gibt, da Italien selbst zu einem Kunstobjekt geworden ist. In solchen Kontexten ist die Angst vor dem metaphysischen Vakuum weniger intensiv, folglich das Risiko des Nihilismus geringer. Meiner Ansicht nach ist Italien das am wenigsten vom Nihilismus bedrohte Land Europas, weil dort alles schön ist.“
Also wirf das metaphysische Vakuum ab, wirf die Kriegs-Chihuahuas hinaus — und umarme die Schönheit Italiens als lebendes Kunstwerk. Genau das mache ich als Nächstes.
